Platin: Produktion unter Druck!

Die Platinproduktion in Afrika steht unter Druck, da ein massiver Investitionsrückgang die Branche lähmt. Experten warnen vor strukturellen Defiziten.

Auf einen Blick:
  • Afrika dominiert globale Platinförderung
  • Explorationsausgaben in Südafrika massiv gesunken
  • Marktbestände auf kritischem Niveau
  • Stabile Nachfrage durch Katalysatornutzung

In Kapstadt hat heute die Fachkonferenz „Investing in African Mining Indaba“ begonnen und rückt die angespannte Lage am Platinmarkt in das Zentrum des Interesses. Da der afrikanische Kontinent rund 70 % der weltweiten Primärproduktion stellt, blickt die Branche besorgt auf einen massiven Investitionsstau im Bergbausektor. Experten warnen, dass die strukturellen Defizite die künftige Versorgungssicherheit gefährden könnten.

Die zentralen Fakten der aktuellen Entwicklung:
* Produktions-Dominanz: Afrika ist für den Großteil der globalen Platinförderung verantwortlich.
* Investitionseinbruch: Die Ausgaben für Exploration in Südafrika sanken von 6,2 Milliarden Rand (2006) auf zuletzt rund 781 Millionen Rand.
* Marktbalance: Trotz eines prognostizierten ausgeglichenen Marktes für 2026 bleiben die Bestände nach mehreren Defizitjahren auf einem kritischen Niveau.

Investitionsstau bremst Bergbausektor

Am ersten Konferenztag verdeutlichte der Minerals Council South Africa die prekäre Lage. Der drastische Rückgang der Investitionen über die letzten zwei Jahrzehnte hat dazu geführt, dass die Branche kaum noch flexibel auf Nachfrageschübe reagieren kann. Regulatorische Hürden und fehlende neue Projekte hemmen das wirtschaftliche Potenzial. Doch wie lange kann die Branche diesem Abwärtsdruck bei den Investitionen noch standhalten?

Ohne eine grundlegende Verbesserung der Rahmenbedingungen bleibt der Sektor in seiner Transformationskraft eingeschränkt. Die Teilnehmer der Konferenz fordern daher deutliche Reformen, um den drohenden Kapazitätsverlust abzuwenden.

Stabile Nachfrage trifft auf geringe Bestände

Trotz der zunehmenden Elektrifizierung im Automobilsektor bleibt die Nachfrage nach Platin stabil. Ein wesentlicher Treiber ist die verstärkte Nutzung von Platin als Ersatz für das teurere Palladium in Katalysatoren. Laut dem World Platinum Investment Council (WPIC) ist der physische Markt jedoch anfällig für Lieferunterbrechungen, da die oberirdischen Bestände zwischen 2023 und 2025 massiv abgebaut wurden.

Zusätzliche Risiken ergeben sich aus globalen Handelsspannungen und möglichen Zöllen, welche die Investitionsströme in den Rohstoffsektor beeinflussen könnten. Während sich der Markt gegenüber dem US-Dollar zuletzt stabilisierte, hängt die weitere Entwicklung maßgeblich von der operativen Stärke der südafrikanischen Förderer ab.

Am kommenden Donnerstag wird Statistics South Africa die aktuellen Produktionsdaten für den Bergbau und das verarbeitende Gewerbe veröffentlichen. Diese Daten für den Monat Dezember werden zeigen, ob sich der im November verzeichnete Produktionsrückgang von 2,8 % bei den Metallen der Platingruppe im Schlussquartal stabilisiert hat.

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