Planet Labs hat seinen 25. Satelliten des Jahres ins All gebracht. Pelican-12 startete an Bord einer SpaceX-Rideshare-Mission und meldete sich bereits. Für die Aktie, die zuletzt kräftig unter Druck stand, kommt die Erfolgsmeldung zu einem passenden Zeitpunkt.
Technik-Testplattform mit 30-Zentimeter-Auflösung
Pelican-12 gehört zur zweiten Generation der hochauflösenden Pelican-Flotte. Diese Satelliten sollen Bilder der 30-Zentimeter-Klasse liefern, die erste Generation kam auf rund 50 Zentimeter. Der Satellit erreichte die Umlaufbahn gut drei Monate nach Pelican-11, der im Juli als technischer Wegbereiter gestartet war. Planet hat den ersten Kontakt hergestellt und beginnt nun mit der Inbetriebnahme sowie der Absenkung der Bahnhöhe.
Neben der Bildgebung dient der Satellit als Testlabor. An Bord ist ein Prototyp für Satellit-zu-Satellit-Kommunikation, den Planet für SES Space & Defense erprobt. Bilddaten sollen über die O3b-mPOWER-Satelliten zur Erde gesendet werden. Das könnte die Zeit bis zur Datenlieferung an Kunden verkürzen. Zusätzlich fliegt die NVIDIA-Jetson-Plattform mit, die KI-Auswertungen direkt im Orbit beschleunigen soll.
Es war bereits der fünfte Pelican-Start in diesem Jahr, verteilt auf insgesamt vier Starts. Die Produktion im ausgebauten Berliner Werk soll noch 2026 anlaufen. Für 2027 sind weitere Pelican-Starts geplant.
Analysten sehen Rückenwind, Bewertung bleibt Streitpunkt
Berenberg bestätigte parallel das Votum „Buy“ mit einem Kursziel von 25 Dollar. Die Aktie notiert bei etwa 13,60 Dollar, das Ziel liegt damit rund 84 Prozent darüber. Das Analystenhaus gewann nach Gesprächen mit der Unternehmensführung Vertrauen in drei Punkte: die Wirtschaftlichkeit und Verlängerbarkeit der Satellitendienste, die Stabilität der staatlichen und militärischen Nachfrage sowie die KI-getriebene Expansion in kommerzielle Märkte.
Die Kursschwäche der vergangenen sechs Monate, in denen die Aktie rund 64 Prozent verlor, führt Berenberg vor allem auf höhere Zinsen zurück, nicht auf veränderte Fundamentaldaten. Die Kursziele an der Wall Street streuen stark und reichen von 17 bis 50 Dollar.
Die jüngsten Zahlen stützen die Sicht der Optimisten teilweise. Im zweiten Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2027 stieg der Umsatz um 58 Prozent auf 116,1 Millionen Dollar. Planet schrieb zudem einen bereinigten Gewinn von 0,02 Dollar je Aktie, erwartet worden war ein kleiner Verlust.
Das Jahresziel hob das Unternehmen leicht an. Die Prognose für das dritte Quartal lag allerdings rund zehn Prozent unter dem Konsens, was Needham zur Senkung des Kursziels von 53 auf 40 Dollar veranlasste, bei weiterhin positivem Votum.
Ein Beleg für die staatliche Nachfrage ist ein Auftrag über 25 Millionen Euro vom Bundesinnenministerium. Deutschland ist damit die erste zivile Regierung, die Planets Constellation Services nutzt. Mit weiteren Starts und dem Berliner Produktionsstart liefert Planet in den kommenden Monaten messbare Meilensteine für seine Hochauflösungsstrategie.
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