Die Satellitenfirma Planet Labs zeigt ein seltsames Bild: Die Geschäfte laufen besser denn je, doch prominente Geldgeher ziehen sich zurück. Gleichzeitig steigen neue Investoren ein.
Die institutionellen Eigentümer halten laut aktuellen Meldungen nur noch 41,71 Prozent der Aktien. Polianta Ltd eröffnete eine neue Position mit knapp 48.000 Aktien – rund 1,34 Millionen Dollar schwer.
Ein ganz anderer Schritt von Connective Portfolio Management: Der Investor verkaufte 56.000 Aktien, ein Minus von 70 Prozent. Übrig bleiben gerade noch 24.000 Papiere. Wealthfront Advisers und Xponance passten ihre Positionen um 3,1 bis 5,4 Prozent an.
Insider senken ihre Anteile
Auch im Vorstand wird kassiert. Mitgründer Robert H. Schingler und Finanzchefin Ashley F. Johnson haben Aktien verkauft. Johnson trennte sich von 200.000 Stück zu durchschnittlich 35,10 Dollar. Das entspricht einem Abbau von rund 9,5 Prozent.
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis bleibt sportlich. AAII gibt Planet Labs die Wertnote „F“ – ultrateuer. Gleichzeitig zeigt die relative Stärke ein Plus von fast 40 Prozent über vier Quartale. Die Momentum-Kennzahlen sind stark, die Bewertung nicht.
Rekordumsatz, aber Belastungen
Am 25. März legte Planet Labs die Q1-Zahlen für das Fiskaljahr 2027 vor. Der Umsatz stieg auf 94,15 Millionen Dollar, ein Plus von 42,1 Prozent zum Vorjahr. Die verbliebenen Leistungsverpflichtungen schnellten um 81 Prozent auf 816 Millionen Dollar nach oben.
Die Kehrseite: Ein milliardenschweres Aktienprogramm belastet die Stimmung. Planet Labs hatte ein ATM-Programm über 1,5 Milliarden Dollar aufgelegt. Das könnte die Aktionärsbasis ordentlich verwässern. Seit dem 52-Wochen-Hoch bei 51,76 Dollar hat der Kurs bereits nachgegeben.
Hinzu kommt die SpaceX-IPO-Welle. Der Börsengang des Raumfahrtriesen hat neue Benchmarks gesetzt. Manche Anleger verlagern Gelder von kleineren Satellitenwerten zu den Schwergewichten. Planet Labs hält dagegen noch 731 Millionen Dollar an liquiden Mitteln.
Am 3. September folgen die nächsten Quartalszahlen. Ob dann das Wachstumstempo reicht, um von der Bewertung und den Abflüssen abzulenken, bleibt die zentrale Frage für das zweite Halbjahr.
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