Planet Labs: 900 Millionen Dollar Auftragsbestand

Planet Labs übertrifft mit Q1-Zahlen die Analystenschätzungen und meldet einen Rekord-Auftragsbestand von 900 Millionen US-Dollar.

Auf einen Blick:
  • Umsatz- und Ergebnisprognosen übertroffen
  • Auftragsbestand steigt auf 900 Mio. USD
  • KI-Satellit Pelican-11 gestartet
  • Analysten sehen Kurspotenzial bis 53 USD

Hintergrund der jüngsten Entwicklung sind die Geschäftszahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027, in denen das Unternehmen die Erwartungen des Marktes sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis übertreffen konnte. Trotz einer massiven Kapitalmaßnahme, die den Titel zuvor belastet hatte, signalisieren die operativen Kennzahlen eine zunehmende Dynamik.

Starke Quartalszahlen und gefüllte Auftragsbücher

Im ersten Quartal des Fiskaljahres 2027 erzielte Planet Labs einen Umsatz von 94,2 Millionen US-Dollar. Damit lag das Ergebnis über dem Analystenkonsens, der im Vorfeld von 90,13 Millionen US-Dollar ausgegangen war. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war das Segment Defense & Intelligence, das im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Umsatzplus von 68 Prozent verzeichnete. Der bereinigte Verlust pro Aktie belief sich auf 0,03 US-Dollar und fiel damit moderater aus als die erwarteten minus 0,04 US-Dollar.

Besonderes Augenmerk legten Investoren auf den Auftragsbestand (Backlog), der um 79 Prozent auf insgesamt 900 Millionen US-Dollar anstieg. Parallel dazu meldete das Unternehmen für das erste Quartal einen positiven freien Cashflow in Höhe von 8 Millionen US-Dollar. Für das laufende zweite Quartal gab das Management eine Umsatzprognose in einer Spanne von 102 bis 107 Millionen US-Dollar ab, was ebenfalls über den Schätzungen von rund 100,86 Millionen US-Dollar liegt. Die bereinigte Bruttomarge (Non-GAAP) soll im Gesamtjahr zwischen 52 und 55 Prozent liegen.

Kapitalmaßnahme und technologische Fortschritte

Zuvor hatte eine Ankündigung über ein neues „At-the-Market“-Aktienangebot (ATM) im Volumen von bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar für erhebliche Volatilität gesorgt. Infolge von Sorgen über eine mögliche Verwässerung der Anteile war das Papier zeitweise stark unter Druck geraten. Die Aktie beendete den Handel am Freitag jedoch bei 20,00 €, was einem Tagesplus von 3,63 % entspricht. Dennoch notiert der Wert mit einem Abstand zum 52-Wochen-Hoch von -57,08 % weiterhin deutlich unter seinem im Mai 2026 erreichten Spitzenwert.

Operativ setzt Planet Labs verstärkt auf Künstliche Intelligenz. Mit dem Start des Satelliten Pelican-11 integriert das Unternehmen erstmals KI-Hardware von Nvidia direkt im Orbit. Dies soll eine schnellere Datenverarbeitung für Kunden ermöglichen. Flankiert wird diese Strategie durch eine Vertragsverlängerung mit der National Geospatial-Intelligence Agency (NGA) sowie eine neue Partnerschaft mit dem Raketen-Startup Isar Aerospace. Auch personell rüstet das Unternehmen auf: Wolfgang Schmidt wurde in das European Advisory Board berufen, um die Expansion auf dem europäischen Markt zu unterstützen.

Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial

Die Reaktion der Analysehäuser auf die jüngsten operativen Fortschritte fiel überwiegend positiv aus. Die Experten von Needham bestätigten ihre Kaufempfehlung und riefen ein Kursziel von 53 US-Dollar auf. Auch Clear Street schloss sich dieser Einschätzung mit einem identischen Ziel von 53 US-Dollar an. Northland stuft die Aktie weiterhin als „Outperform“ ein und sieht das Kursziel bei 50 US-Dollar.

Etwas zurückhaltender zeigt sich Goldman Sachs. Die Investmentbank hob ihr Kursziel am 14. Juli von einem niedrigeren Niveau auf 25 US-Dollar an, behielt jedoch die Einstufung „Neutral“ bei. Wedbush startete die Abdeckung des Wertes vor wenigen Tagen ebenfalls mit einer Kaufempfehlung. Medienberichten zufolge könnte zudem ein möglicher Börsengang von SpaceX zusätzliche Aufmerksamkeit auf den gesamten Sektor der kommerziellen Raumfahrt lenken und damit auch Unternehmen wie Planet Labs zugutekommen. Das Marktumfeld für Erdbeobachtung und Geodatenanalyse gilt als struktureller Wachstumsmarkt, wobei Branchenstudien das Potenzial der gesamten Weltraumökonomie bis zum Jahr 2040 auf bis zu 1,3 Billionen US-Dollar schätzen.

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