Planet Labs: 240-Millionen-Vertrag mit der Bundesregierung

Der Satellitenbetreiber erreicht ein neues 52-Wochen-Hoch und setzt auf margenstarke Regierungsaufträge als neues Geschäftsmodell.

Auf einen Blick:
  • Aktie erreicht 52-Wochen-Hoch bei 41,20 Euro
  • Strategiewechsel hin zu Regierungs- und Verteidigungsaufträgen
  • 240-Millionen-Euro-Vertrag mit Bundesregierung abgeschlossen
  • Technische Kennzahlen deuten auf überkaufte Aktie hin

Planet Labs erreicht ein neues 52-Wochen-Hoch. Das Papier kletterte am Montag auf 41,20 Euro und setzt damit eine steile Aufwärtsbewegung fort. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Titel ein Plus von rund 136 Prozent.

Fokus auf Verteidigung

Der jüngste Kursschub folgt auf einen strategischen Kurswechsel. Das Management priorisiert margenstarke Regierungs- und Verteidigungsaufträge gegenüber dem schwankungsanfälligen kommerziellen Sektor. Marktbeobachter werten dies als Reaktion auf die bisher hohen Cash-Burn-Raten des Unternehmens.

Technisch treibt der Ausbau der Pelican-Satellitenkonstellation die Bewertung. Neun dieser hochauflösenden, KI-gestützten Systeme befinden sich mittlerweile im Orbit. Erste Bilder der neuen Satelliten bestätigen die operative Kapazität für großvolumige staatliche Überwachungsprojekte.

Stabile Großaufträge

Regierungsabkommen untermauern das neue Geschäftsmodell. Ein Vertrag mit der Bundesregierung über 240 Millionen Euro sorgt für langfristige Einnahmen. Bis 2029 könnte der Jahresumsatz so auf über 744 Millionen Dollar steigen.

Hinzu kommen siebenstellige Verträge mit Griechenland und der Tschechischen Republik. Diese Abschlüsse gelten als deutlich stabiler als kurzfristige kommerzielle Abonnements. Sie sollen die hohen Investitionskosten für die Satellitenfertigung und Forschung dauerhaft decken.

Sektor-Hype und Kennzahlen

Das Marktumfeld spielt dem Spezialisten für Erdbeobachtung in die Karten. Hohe Kapitalzuflüsse in Raumfahrt-ETFs und Spekulationen um einen möglichen SpaceX-Börsengang erhöhen die Liquidität im gesamten Sektor. Allerdings bremsten Insiderverkäufe Mitte Mai die Euphorie kurzzeitig aus.

Mit einem RSI von 72,2 gilt die Aktie technisch jedoch als überkauft. Die Volatilität bleibt mit annualisierten 85 Prozent auf einem hohen Niveau.

Im Juni 2026 veröffentlicht Planet Labs die Finanzergebnisse für das erste Quartal 2027. Diese Daten werden Aufschluss darüber geben, wie stark die Regierungsverträge die Nettoverluste bereits drücken konnten.

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