Der Börsengang von SpaceX sorgt für einen Kapitalabfluss bei etablierten Raumfahrtwerten. Planet Labs erwischt es besonders hart: Die Aktie des Satellitenbetreibers fiel in nur einer Woche um 16 Prozent. Am Donnerstag steht der Kurs bei 24,80 Euro.
Damit ist das Papier 25 Prozent unter die 50-Tage-Linie gerutscht. Seit dem Höchststand von 46,60 Euro Ende Mai hat die Aktie sogar 47 Prozent verloren. Der RSI fiel auf 34 Punkte – ein Zeichen für deutliche Abgabedruck.
Kapitalabfluss ins Schwergewicht
Der Grund für den Ausverkauf: Mit dem SpaceX-IPO haben Anleger massiv Kapital aus anderen Raumfahrtaktien abgezogen. Die frische Börsenstory zog sowohl Privatanleger als auch institutionelle Gelder an. Die gesamte Branche geriet dadurch unter Druck. Planet Labs war einer der Hauptleidtragenden.
Dabei laufen die Geschäfte bemerkenswert gut. Im letzten Quartal stiegen die Umsätze um 42 Prozent im Jahresvergleich. Der Auftragsbestand liegt bei über 900 Millionen US-Dollar. Besonders die Verteidigungssparte wächst – mit plus 65 Prozent ist sie der stärkste Treiber. Börsenkommentator Jim Cramer lobte die Fundamentaldaten, riet aber zur Vorsicht: Die Bewertung sei angesichts des schwierigen Marktumfelds zu ambitioniert.
Insider-Verkäufe richtig stellen
Ein kurzer Blick auf die jüngsten Insider-Meldungen sorgte für zusätzliche Verunsicherung. Sowohl CEO William Spencer als auch CFO Ashley F. Johnson meldeten Aktienabgaben. Wer tiefer schaut, sieht: Es handelte sich um Steuereinbehalte bei der Ausübung von Aktienoptionen – keine freien Marktverkäufe. Beide Manager halten weiterhin substanzielle Anteile.
Was bleibt? Planet Labs operiert solide, leidet aber unter einem klassischen Brancheneffekt: Kapital strömt in den neuen Star am Börsenhimmel. Die Verteidigungssparte und der milliardenschwere Auftragsbestand könnten den Kurs stabilisieren – wenn die SpaceX-Euphorie abklingt. Solange die Anleger aber lieber aufs große Schwergewicht setzen, muss Planet Labs um Aufmerksamkeit kämpfen.
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