Pinterest Aktie: Prognose trübt Rekordquartal

Pinterest enttäuscht mit verhaltener Q3-Prognose: Nach Rekordquartal mit 640 Millionen Nutzern bricht die Aktie ein, da das Wachstumstempo nachlässt.

Auf einen Blick:
  • Kursrutsch trotz Rekordnutzerzahl
  • Umsatzplus von 18 Prozent
  • Schwache Q3-Prognose belastet
  • Nettoverlust trotz Umsatzwachstum

Ein Rekord bei den Nutzerzahlen, ein Umsatzplus von 18 Prozent, und trotzdem rutscht der Kurs ab. Bei Pinterest zeigt sich einmal mehr: An der Börse zählt nicht, was war, sondern was kommt. Genau daran hakt es diesmal.

Nach Vorlage der Zweitquartalszahlen am Dienstagabend brach die Pinterest-Aktie im nachbörslichen Handel um rund acht Prozent auf etwa 23,45 US-Dollar ein. Am Mittwoch setzte sich der Rückgang im regulären Handel fort. Zuvor hatte das Papier im Tagesgeschäft noch um fast sechs Prozent zugelegt und bei 25,58 US-Dollar geschlossen.

Nutzerrekord, aber Prognose bremst

Operativ lieferte Pinterest ein solides Quartal ab. Der Umsatz kletterte auf 1,18 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 1,15 Milliarden. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,43 US-Dollar, deutlich über der erwarteten Marke von 0,36 US-Dollar.

Die Nutzerzahl erreichte mit 640 Millionen monatlich aktiven Konten einen neuen Höchststand, ein Plus von 11 Prozent und bereits das elfte Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum. Das umsatzstärkste Segment USA und Kanada legte um 18 Prozent auf 880 Millionen US-Dollar zu, angetrieben von besserer Anzeigen-Performance und schärferer Vertriebsdisziplin. International zeigte sich ein gemischtes Bild: Rest of World wuchs um 38 Prozent auf 87 Millionen US-Dollar, während Europa mit 12 Prozent auf 213 Millionen US-Dollar langsamer voranging.

Den Kurs belastet trotzdem der Ausblick. Für das dritte Quartal stellt Pinterest einen Umsatz zwischen 1,19 und 1,21 Milliarden US-Dollar in Aussicht, ein Wachstum von 13 bis 15 Prozent. Nach dem Plus von 18 Prozent im abgelaufenen Quartal ist das eine spürbare Verlangsamung. Das Management verweist auf Gegenwind durch Wechselkurse, verschobene Prime-Day-Effekte und einen ausbleibenden WM-Vergleichseffekt aus dem Vorjahr.

Kosten drücken auf den Gewinn

Unter dem Strich stand nach US-GAAP ein Nettoverlust von rund 47 Millionen US-Dollar, nach einem Gewinn von 38,8 Millionen im Vorjahresquartal. Höhere Ausgaben für GPU-Investitionen, die tvScientific-Übernahme und aktienbasierte Vergütung von knapp 320 Millionen US-Dollar belasteten das Ergebnis. Das bereinigte EBITDA stieg dennoch um 24 Prozent auf 311 Millionen US-Dollar, die Marge kletterte auf 26 Prozent.

Der freie Cashflow legte um 37 Prozent auf 270 Millionen US-Dollar zu. Gestützt von dieser Cash-Generierung hat Pinterest seit Jahresbeginn Aktien im Wert von über zwei Milliarden US-Dollar zurückgekauft, zu einem Durchschnittspreis von 18,17 US-Dollar. Für das Gesamtjahr hob der Konzern die Zielmarge beim bereinigten EBITDA auf rund 30 Prozent an, nach zuvor 29 Prozent.

KI als Wachstumshebel

CEO Bill Ready positioniert Pinterest zunehmend als KI-gestützte Shopping-Plattform. Der neue Pinterest Assistant, der auf dem hauseigenen Taste Graph mit über 80 Milliarden monatlichen Suchanfragen basiert, steht mittlerweile der überwiegenden Mehrheit der US-Nutzer zur Verfügung. Parallel weitet das Unternehmen sein Werbetool Performance+ aus und testet KI-gestützte Gebotsstrategien bei weiteren Werbekunden.

Ready selbst räumte ein, dass die Monetarisierung hinter dem Nutzerengagement zurückbleibt: Die Klicks für Werbetreibende hätten sich in den vergangenen drei Jahren verfünffacht, der Umsatz aber nicht im gleichen Tempo. Genau darin liegt die Wette der kommenden Quartale — ob sich das gesteigerte Engagement tatsächlich in höhere Werbeeinnahmen übersetzen lässt, entscheidet sich mit den Zahlen zum dritten Quartal.

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