Die Aktie von Pinterest hat heute einen regelrechten Absturz hingelegt. Die Notierungen sackten im vorbörslichen Handel um mehr als 21 % auf rund 14 Dollar ab. Damit erreicht die Aktie ein Sechsjahrestief. Auf Jahressicht steht bereits ein Minus von über 28 % zu Buche, in den vergangenen zwölf Monaten hat der Wert mehr als die Hälfte seines Wertes verloren.
Der Grund für den Crash liegt auf der Hand. Pinterest hat schwache Quartalszahlen vorgelegt und vor massiven Umsatzproblemen gewarnt. Große Einzelhändler ziehen sich wegen der Zollbelastungen aus dem Werbemarkt zurück. Das trifft Pinterest härter als andere Plattformen, weil das Unternehmen genau auf diese großen Retailer angewiesen ist.
Wells Fargo bringt es auf den Punkt. Pinterest muss im Performance-Advertising-Markt gegen Giganten wie Meta und Google antreten. Um Werbebudgets zu gewinnen, müsste Pinterest einen höheren Return on Ad Spend liefern als die Konkurrenz. Das sei extrem schwierig, so die Analysten. Während Meta und Google von einem wachsenden Shopify-Händlernetzwerk profitieren, kämpft Pinterest mit schrumpfenden Großkunden.
Die Analysten verlieren das Vertrauen
Wells Fargo hat zwar das Rating bei Overweight belassen, aber das Kursziel von 35 auf 27 Dollar gesenkt. Bank of America ist noch skeptischer und stuft die Aktie von Buy auf Neutral herunter. Das neue Kursziel liegt bei nur noch 19 Dollar. Der Grund: KI-gestützte Werbeplattformen wie Google und bald auch OpenAI machen Pinterest das Leben schwer. Auch die Margenexpansion scheint am Ende zu sein.
Evercore ISI zieht ebenfalls die Notbremse und senkt das Rating auf In Line. Die Umsätze sind von Quartal zu Quartal gefallen. Die Analysten befürchten, dass der Wettbewerbsdruck durch TikTok und ChatGPT in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Das Kursziel wurde von 40 auf 25 Dollar gekappt.
Mindestens sechs große Wall-Street-Häuser haben Pinterest jetzt auf Neutral oder Hold heruntergestuft. Die Botschaft ist klar. Pinterest hat im Kampf um Werbegelder gegen die KI-Giganten kaum eine Chance. Anleger sollten sich auf weitere schwierige Monate einstellen.
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