Pfizer-Chef Albert Bourla tritt heute auf der TD Cowen Healthcare Conference in Boston auf – zu einem Zeitpunkt, an dem der Pharmariese gleich von mehreren Seiten unter Druck steht. Die COVID-Umsätze schrumpfen weiter, zwei verschiedene Preisregulierungen belasten die Margen, und Patentabläufe für Blockbuster-Medikamente werfen ihre Schatten voraus. Gleichzeitig versucht das Unternehmen, mit Pipeline-Fortschritten in Onkologie, Adipositas und seltenen Erkrankungen die Wende einzuleiten.
Flache Prognose trotz Quartalserfolg
Das vierte Quartal 2025 übertraf die Erwartungen, doch die Jahresprognose für 2026 enttäuschte bereits im Dezember die Investoren – und wurde nun erneut bestätigt. Für 2026 rechnet Pfizer mit einem Umsatz zwischen 59,5 und 62,5 Milliarden Dollar, nahezu unverändert gegenüber den 62,6 Milliarden Dollar im Jahr 2025. Der bereinigte Gewinn pro Aktie soll zwischen 2,80 und 3,00 Dollar liegen.
Verantwortlich für die Stagnation sind vor allem zwei Faktoren: Die Erlöse aus dem COVID-Impfstoff Comirnaty und dem Medikament Paxlovid werden voraussichtlich um rund 1,5 Milliarden Dollar auf etwa 5 Milliarden Dollar zurückgehen. Hinzu kommt ein weiterer erwarteter Umsatzrückgang von etwa 1,5 Milliarden Dollar durch auslaufende Marktexklusivitäten für mehrere Produkte. Ohne die COVID-Präparate legte der Umsatz 2025 operativ immerhin um 6 Prozent zu.
Doppelter Preisdruck belastet Margen
Pfizer sieht sich 2026 zwei verschiedenen Preisregulierungen gegenüber. Im September 2025 schloss das Unternehmen eine freiwillige Vereinbarung mit der Trump-Regierung: Pfizer verpflichtete sich, die Preise an das Niveau anderer Industrieländer anzupassen und über die Plattform TrumpRx.gov Rabatte von bis zu 85 Prozent zu gewähren. Im Gegenzug erhielt das Unternehmen eine dreijährige Befreiung von Zöllen und sagte Investitionen von 70 Milliarden Dollar in US-amerikanische Forschung und Produktion zu.
CFO Dave Denton erklärte im Dezember, die Prognose für 2026 enthalte bereits „Preis- und Margendruck“ durch tiefere Rabatte im Medicaid-Geschäft. Allerdings bleiben Umfang und tatsächliche Auswirkungen dieser Vereinbarung unklar – einige der zugesagten Medicaid-Rabatte sind nicht neu, sondern bereits Teil bestehender Programme.
Parallel dazu greift der Inflation Reduction Act: Der Gerinnungshemmer Eliquis, eines der umsatzstärksten Medikamente von Pfizer und Bristol Myers Squibb, unterliegt ab 2026 niedrigeren ausgehandelten Medicare-Preisen. Auch die Rheuma-Mittel Xeljanz und Xeljanz XR wurden im Januar für die dritte Verhandlungsrunde ausgewählt. Beide Regulierungen zusammen formen den Margendruck, den das Management in die Guidance eingepreist hat.
Pipeline-Fortschritte als Gegenpol
Ein positives Signal kommt aus der Entwicklungspipeline: Die FDA hat Pfizers Antrag für HYMPAVZI (Marstacimab) zur Behandlung von Hämophilie A und B bei Kindern ab sechs Jahren im beschleunigten Verfahren angenommen. Eine Entscheidung wird im zweiten Quartal 2026 erwartet. Falls zugelassen, wäre HYMPAVZI die erste nicht-faktorbasierte prophylaktische Therapie für Kinder zwischen sechs und elf Jahren mit Hämophilie B.
In der Onkologie lieferte die Phase-3-Studie BREAKWATER positive Daten: Die Kombination aus BRAFTOVI (Encorafenib), Cetuximab und FOLFIRI verlängerte das progressionsfreie Überleben bei unbehandeltem metastasiertem Darmkrebs mit BRAF-V600E-Mutation signifikant gegenüber FOLFIRI allein oder in Kombination mit Bevacizumab.
Im Adipositas-Bereich treibt Pfizer seine Strategie nach der 10-Milliarden-Dollar-Übernahme von Metsera voran. Daten aus der mittleren Entwicklungsphase zeigten, dass eine monatliche Injektion von Metsera deutliche Gewichtsreduktion bewirken kann. Für 2026 sind über 20 neue Studien geplant, darunter mehrere Phase-3-Trials.
Dividende bleibt stabil
Am 6. März zahlt Pfizer eine Quartalsdividende von 0,43 Dollar je Aktie an Aktionäre, die am 23. Januar im Register standen. Es ist die 349. Dividendenzahlung in Folge.
Kostensparprogramm läuft
Bis Ende 2027 will Pfizer im Rahmen zweier separater Initiativen Kosten in Höhe von etwa 7,7 Milliarden Dollar einsparen. Gleichzeitig drohen durch Patentabläufe vor allem in den Jahren 2026 und 2028 Umsatzeinbußen von insgesamt 17 Milliarden Dollar.
Bourlas heutiger Auftritt dürfte genau beobachtet werden – vor allem mit Blick darauf, wie das Management die Balance zwischen kurzfristigen Belastungen und langfristigen Wachstumschancen kommuniziert.
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