Pfizer treibt die Erneuerung seines Medikamentenportfolios an mehreren Fronten voran. Im heutigen Handel legt die Aktie um 2,5 Prozent auf 25,97 Euro zu und bewegt sich damit in unmittelbarer Schlagdistanz zu ihrem 52-Wochen-Hoch von 26,00 Euro. Anleger honorieren die jüngsten Schritte, mit denen der US-Pharmakonzern seine Forschungsbasis verbreitert und wichtige Studiendaten vorbereitet.
Kooperation zur Erforschung von Sec61-Hemmern
Um die frühe Wirkstoffentwicklung zu stärken, schloss Pfizer eine Forschungs- und Lizenzvereinbarung mit Enodia Therapeutics ab. Die Partnerschaft zielt auf die Entdeckung kleiner Moleküle ab, die das Sec61-Protein hemmen. Der potenzielle Gesamtwert der Vereinbarung liegt bei über 500 Millionen US-Dollar.
Die Vereinbarung sieht eine klare Aufgabenteilung vor. Enodia übernimmt die frühe Wirkstoffsuche sowie die Optimierung der Moleküle über die eigene Technologieplattform. Pfizer wird im Anschluss für die klinischen Studien, die Herstellung, weltweite Zulassungen und die spätere Vermarktung verantwortlich sein.
Finanziell umfasst der Vertrag neben einer Vorauszahlung gestaffelte Meilensteinzahlungen bei Entwicklungs- und Absatzerfolgen sowie Lizenzgebühren auf spätere Nettoumsätze. Enodia konzentriert seine Plattformforschung vor allem auf Anwendungen in der Immunologie, der Onkologie und bei Entzündungskrankheiten.
Klinische Daten für die IDWeek angekündigt
Parallel zum Ausbau der Frühphasenforschung bereitet Pfizer die Veröffentlichung umfangreicher Studienergebnisse vor. Auf dem Fachkongress IDWeek in Washington, D.C., der vom 21. bis 24. Oktober stattfindet, plant das Unternehmen Daten aus 57 Abstracts sowie zwölf mündlichen Präsentationen zu Infektionskrankheiten vorzustellen.
Im Mittelpunkt stehen dabei fortgeschrittene Impfstoffprojekte. Dazu zählen Phase-3-Ergebnisse aus der VALOR-Studie für den Borreliose-Impfstoffkandidaten LB6V bei Personen ab fünf Jahren. Ein entsprechender Zulassungsantrag wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA bereits seit August geprüft.
Darüber hinaus stehen Phase-2-Ergebnisse zu einem 25-valenten Pneumokokken-Impfstoffkandidaten für Säuglinge auf der Agenda. Ergänzt wird das Programm durch Realweltdaten zum RSV-Impfstoff ABRYSVO aus drei Impfsaisons bei Pflegeheimbewohnern sowie Daten zum Einsatz bei Schwangeren.
Ergebnisziele und Portfolioanpassung
Die Initiativen sind Teil einer breiteren Neuausrichtung nach dem Rückgang des pandemiebedingten Sondergeschäfts. Im zweiten Quartal 2026 erzielte Pfizer einen Umsatz von 15,03 Milliarden US-Dollar und wies einen bereinigten Gewinn von 0,77 US-Dollar je Aktie aus. Für das Gesamtjahr peilt das Management ein bereinigtes Ergebnis zwischen 2,80 und 3,00 US-Dollar je Anteilsschein an.
Flankiert wird die Pipeline-Entwicklung durch Maßnahmen zur Kostendisziplin und strategische Abkommen im Heimatmarkt. Bis 2029 strebt Pfizer Einsparungen von 9,7 Milliarden US-Dollar an. Zudem verständigte sich der Konzern mit der US-Regierung auf eine Anpassung bestimmter Medicaid-Preise, gekoppelt an Entlastungen bei Zöllen auf Markenimporte und Zusagen für US-Produktionsinvestitionen.
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