Pfizer-Aktie: Strategischer Umbau läuft

Der Pharmakonzern strukturiert sein Portfolio um, trennt sich von einem Lebermedikament und investiert in KI-Forschung sowie Adipositas-Therapien.

Auf einen Blick:
  • Exklusivlizenz für Lebermedikament an Madrigal abgegeben
  • Neue Partnerschaften für KI-Forschung und Adipositas-Markt
  • Aktie notiert mit attraktiver Dividendenrendite und niedrigem KGV
  • Markt beobachtet kommende Healthcare-Konferenz für Impulse

Die Aktie des Pharmariesen Pfizer notiert weit unter ihren Höchstständen aus dem Jahr 2021, doch im Hintergrund arbeitet der Konzern intensiv an der Neuausrichtung seines Portfolios. Am Freitag gab das Unternehmen gleich eine ganze Reihe strategischer Entscheidungen bekannt: Während man sich von einem Lebermedikament trennt, fließen Gelder in Künstliche Intelligenz und den boomenden Markt für Abnehmpräparate.

Fokus auf Kerngeschäft und Cashflow

Der wohl konkretste Schritt der jüngsten Ankündigungen ist eine exklusive Lizenzvereinbarung mit Madrigal Pharmaceuticals. Pfizer gibt die Rechte an dem Wirkstoffkandidaten Ervogastat ab, der zur Behandlung der Fettlebererkrankung MASH entwickelt wird. Dieser Deal spült sofort 50 Millionen US-Dollar in die Kassen des Konzerns.

Viel wichtiger als die Einmalzahlung ist jedoch die strategische Logik: Pfizer bereinigt sein Portfolio um Randbereiche, behält sich aber durch Lizenzgebühren und Meilensteinzahlungen Chancen auf künftige Einnahmen vor, sollte das Medikament erfolgreich sein. Klinische Daten der Phase 2 zeigten bereits vielversprechende Ergebnisse bei der Reduktion von Leberfett. Durch die Auslagerung kann sich der Konzern stärker auf seine Prioritäten, wie etwa die Onkologie, konzentrieren.

Offensive bei KI und Adipositas

Während Pfizer auf der einen Seite Vermögenswerte monetarisiert, investiert das Unternehmen auf der anderen Seite in Zukunftstechnologien und Trendmärkte. Eine neue Forschungskooperation mit Gordian Bio zielt direkt auf den lukrativen Bereich der Adipositas-Therapien ab. Ziel ist es, mittels neuer Screening-Methoden therapeutische Ansatzpunkte direkt im viszeralen Fettgewebe zu identifizieren.

Gleichzeitig vertieft Pfizer seine technologische Basis durch eine Partnerschaft mit dem Biotech-Unternehmen Boltz. Im Rahmen einer Finanzierungsrunde beteiligt sich der Pharma-Riese an der Entwicklung von KI-Modellen, die die Entdeckung neuer Wirkstoffe und die Vorhersage von Proteinstrukturen beschleunigen sollen. Diese Schritte signalisieren den Versuch, die Forschungspipeline zu modernisieren, um die Skepsis des Marktes bezüglich der Aussichten für 2026 zu entkräften.

Pfizer Inc. Aktie Chart

Bewertungsniveau und Marktsignale

An der Börse sorgten die Nachrichten für leichte Kursgewinne, das Papier schloss am Freitag mit einem Plus von 0,75 Prozent. Für Value-Investoren bleibt die fundamentale Bewertung der Hauptgrund für ein Engagement: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 14,9 und einer Dividendenrendite von rund 6,75 Prozent erscheint die Aktie im historischen Vergleich günstig. Dennoch mahnt die UBS zur Vorsicht und stufte den Titel erst vor wenigen Tagen mit „Neutral“ ein.

Auffällig war am Freitag zudem eine ungewöhnliche Aktivität am Optionsmarkt. Händler kauften verstärkt Put-Optionen, was Marktbeobachter als Absicherung gegen mögliche kurzfristige Schwankungen interpretieren.

Der Fokus der Anleger richtet sich nun auf die am 12. Januar beginnende J.P. Morgan Healthcare Conference. Da Partner Madrigal Pharmaceuticals dort weitere Details zum Ervogastat-Deal präsentieren wird, könnten hier neue Impulse für die Bewertung der Pfizer-Strategie entstehen.

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