Pfizer sorgt heute mit zwei parallel laufenden Schritten für Bewegung: Der Konzern steigt komplett beim HIV-Spezialisten ViiV Healthcare aus und sichert sich gleichzeitig neue Impfstoff-Technologie von Novavax. An der Börse kommt dieser Mix aus Desinvestment und Partnerschaft jedoch verhalten an – die Aktie liegt im europäischen Handel am Nachmittag rund 1,5 % im Minus bei etwa 21,70 Euro.
Verkauf der ViiV-Beteiligung
Finanziell im Mittelpunkt steht der vollständige Ausstieg aus ViiV Healthcare, dem HIV-Joint-Venture mit der britischen GSK als Mehrheitsgesellschafterin.
Pfizer verkauft seine gesamte Beteiligung von 11,7 % an den japanischen Pharmakonzern Shionogi, der bereits Minderheitsaktionär bei ViiV ist.
Wesentliche Eckpunkte des Deals:
- Shionogi investiert insgesamt 2,125 Milliarden US-Dollar in neue ViiV-Aktien
- Pfizer erhält aus der Transaktion rund 1,875 Milliarden US-Dollar in bar
- Shionogis Anteil steigt von 10 % auf 21,7 %
- GSK bleibt Mehrheitsaktionär mit 78,3 % und erhält eine Sonderdividende von etwa 250 Millionen US-Dollar
- Abschluss wird – vorbehaltlich der Behördenfreigaben – im ersten Quartal 2026 erwartet
Mit dem Schritt beendet Pfizer sein direktes Beteiligungsengagement bei ViiV. Das Portfolio wird damit stärker auf eigene Entwicklungsprojekte ausgerichtet, während gebundenes Kapital aus einer Minderheitsposition freigesetzt wird.
Neue Lizenzvereinbarung mit Novavax
Parallel dazu stärkt Pfizer seine Impfstoff-Pipeline über eine Technologiekooperation mit Novavax.
Kern des Abkommens:
- Pfizer erhält eine nicht-exklusive weltweite Lizenz für die Matrix-M-Adjuvans-Technologie von Novavax
- Die Technologie soll bei der Entwicklung von Impfstoffen für bis zu zwei konkrete Infektionskrankheiten eingesetzt werden
- Novavax erhält eine Vorabzahlung von 30 Millionen US-Dollar
- Zusätzlich sind Meilensteinzahlungen von bis zu 500 Millionen US-Dollar sowie umsatzabhängige Lizenzgebühren im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich auf künftige Nettoumsätze vereinbart
- Pfizer übernimmt Entwicklung und Vermarktung, Novavax liefert das Adjuvans
Während die Meldung Novavax-Aktien im vorbörslichen US-Handel um etwa 5 bis 7 % nach oben treibt, fällt die unmittelbare Reaktion auf Pfizer eher nüchtern aus. Der Markt bewertet die Schritte offenbar als konsequente, aber nicht disruptive Kapitalallokation.
Strategische Einordnung und Dividendenkontext
Die Kombination aus ViiV-Aussteigerlös und Novavax-Technologie unterstreicht eine klare Priorität für 2026: Pfizer wandelt passives Beteiligungskapital in Liquidität um und lenkt Mittel in eigene Entwicklungs- und Technologieprojekte.
Die Lizenzierung von Matrix-M zeigt zudem, dass Pfizer seine Impfstoffplattformen breiter aufstellen will und sich nicht allein auf mRNA stützt. Adjuvantien wie Matrix-M spielen vor allem bei proteinbasierten Impfstoffen eine wichtige Rolle, weil sie die Immunantwort verstärken und damit Wirksamkeit und Dosisgestaltung beeinflussen können.
Für Anteilseigner bedeutet der ViiV-Verkauf einen spürbaren Kassenaufbau vor dem nächsten Dividendentermin. Pfizer hat zuletzt eine Quartalsdividende von 0,43 US-Dollar je Aktie angekündigt; der Ex-Dividenden-Tag ist für übermorgen angesetzt. Mit einer Dividendenrendite im Bereich von 6,7 bis 6,8 % bleibt die Aktie insbesondere für einkommensorientierte Investoren attraktiv, auch wenn der Kursverlauf derzeit eher träge ist.
Chartbild und nächste Termine
Aus technischer Sicht bewegt sich die Aktie in einer Konsolidierungsphase. Per heutigem Stand pendelt der Kurs zwischen der 50-Tage-Linie bei 25,32 US-Dollar und der 200-Tage-Linie bei 24,47 US-Dollar. Der aktuelle Rückgang von rund 1,5 % bringt die Aktie im europäischen Handel in die Nähe der unteren Spanne ihrer jüngsten, für Anfang 2026 skizzierten Handelsspanne von etwa 20,70 bis 27,10 US-Dollar.
Besonders beachtet wird die Zone um 24,50 US-Dollar: Ein nachhaltiger Rutsch unter die 200-Tage-Linie würde technisch weiteren Druck signalisieren, während der Zufluss aus dem ViiV-Deal mittel- bis kurzfristig eine gewisse Unterstützung auf der Bewertungsseite bieten kann.
Wichtige Termine im Blick:
- Übermorgen: Ex-Dividenden-Tag für die Quartalsdividende
- Bis Ende März: Erwarteter Vollzug der ViiV-Transaktion
Spannend bleibt, wofür Pfizer die rund 1,9 Milliarden US-Dollar aus dem ViiV-Verkauf konkret einsetzt: Optionen reichen von Aktienrückkäufen über Schuldenabbau bis hin zu weiteren Transaktionen – die heutige Kombination aus Desinvestment und Technologiezugang deutet jedenfalls auf eine klar fokussierte Kapitalverwendung hin.
Pfizer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Pfizer-Analyse vom 20. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Pfizer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Pfizer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
