Pfizer will seinen Pneumokokken-Impfstoff für Kinder deutlich breiter aufstellen. Neue Phase-2-Daten zum 25-valenten Kandidaten zeigen robuste Immunantworten bei Säuglingen, besonders gegen den schwer zu fassenden Serotyp 3. Vorgestellt wurden die Ergebnisse heute auf der Fachkonferenz IDWeek in Washington.
Stärkere Antwort auf Serotyp 3
Der Kandidat mit der Bezeichnung PF-07872412 wurde in der Studie mit Prevnar 20 verglichen, dem bestehenden Pfizer-Impfstoff. Die Säuglinge erhielten jeweils vier Dosen.
Der neue Impfstoff löste gegen alle 25 enthaltenen Serotypen Immunantworten aus, darunter auch gegen die fünf zusätzlichen Typen 15A, 23A, 23B, 24F und 35B.
Bei Serotyp 3 fiel der Unterschied besonders deutlich aus. Einen Monat nach der dritten Dosis lag die Antwort um das 8,8-Fache über Prevnar 20, nach der vierten Dosis um etwa das 15-Fache. Pfizer setzt dafür auf eine Technologie, die gezielt auf diesen Serotyp ausgelegt ist. Er verursacht laut Unternehmen 10,6 Prozent der invasiven Pneumokokken-Erkrankungen bei US-Kindern unter fünf Jahren.
Auch bei der Verträglichkeit gab es keine Auffälligkeiten. Lokale Reaktionen, systemische Ereignisse und unerwünschte Wirkungen traten in beiden Gruppen ähnlich häufig auf. Behandlungsbedingte schwere Nebenwirkungen meldete Pfizer nicht.
Größere Abdeckung, Phase 3 läuft
Die fünf neuen Serotypen sollen nach Unternehmensangaben rund 30 Prozent zusätzliche Fälle invasiver Erkrankungen bei Kindern in den USA abdecken. Zusammen könnte der Impfstoff damit etwa 84 Prozent der Fälle bei unter Fünfjährigen erfassen, sofern die weitere Entwicklung gelingt. Pfizer spricht vom potenziell breitesten Schutz, den ein Kinderimpfstoff bislang bietet.
Die Zulassungsstudien laufen bereits. Drei Phase-3-Studien starteten Anfang 2026 und umfassen bis zu 6.830 Teilnehmer. Eine davon, die die Konsistenz mehrerer Produktionschargen prüfen soll, hat die Rekrutierung abgeschlossen.
Für Erwachsene plant Pfizer einen weiteren Schritt. Ein 35-valenter Kandidat der fünften Generation soll bis Ende 2026 in die klinische Entwicklung gehen, vorbehaltlich der Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden.
Prevnar zählt zu den wichtigen Impfstoffmarken des Konzerns. Die neue Generation soll diese Position gegen Wettbewerber absichern. Ob die Phase-3-Daten den Vorsprung bestätigen, entscheidet über die späteren Zulassungsanträge. Die Pfizer-Aktie schloss am Freitag bei 30,03 Dollar, ein Minus von 1,3 Prozent.
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