Ein Quartalsverlust und trotzdem eine angehobene Prognose — bei Pfizer passt das zusammen. Der Konzern hat im zweiten Quartal 2026 rote Zahlen geschrieben, gleichzeitig aber die Umsatzerwartung für das Gesamtjahr nach oben korrigiert. Der Grund liegt in der Gewichtung: Ein einmaliger Bilanzeffekt drückt das Ergebnis, während das operative Geschäft an Fahrt gewinnt.
Der Umsatz lag im Quartal bei 15,03 Milliarden Dollar, operativ ein Prozent über dem Vorjahreswert. Klammert man die schwächelnden Covid-Produkte Comirnaty und Paxlovid aus, wuchs das Geschäft operativ um fünf Prozent. Zugpferd war der Blutverdünner Eliquis mit 2,43 Milliarden Dollar Umsatz — ein Plus von 19 Prozent und deutlich über den Erwartungen der Analysten von rund 2,08 Milliarden Dollar.
Abschreibung reißt Loch in die Bilanz
Unterm Strich stand dennoch ein Nettoverlust von 248 Millionen Dollar beziehungsweise 4 Cent je Aktie, nach einem Gewinn von 51 Cent je Aktie im Vorjahresquartal. Verantwortlich dafür ist eine nicht zahlungswirksame Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 4,3 Milliarden Dollar. Pfizer senkte die Umsatzerwartungen für mehrere Produkte, nachdem der Krebswirkstoff Sigvotatug Vedotin in einer späten Studienphase bei zuvor behandeltem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs enttäuschte. Hinzu kommt die vollständige Streichung der Umsatzprognose für das Sichelzellmedikament Oxbryta nach Gesprächen mit der US-Arzneimittelbehörde FDA — das Präparat war bereits 2024 vom Markt genommen worden.
Bereinigt um solche Sondereffekte verdiente Pfizer 77 Cent je Aktie und lag damit über den Erwartungen.
Sparprogramm wird ausgeweitet
Der Konzern hebt die Umsatzprognose für 2026 am unteren Ende an, die neue Spanne liegt bei 60,5 bis 62,5 Milliarden Dollar. Die Erwartung für die Covid-Produkte kappt Pfizer dagegen auf 4 Milliarden Dollar, rund eine Milliarde weniger als bisher geplant — niedrige Infektionszahlen bremsen vor allem Paxlovid. Die Gewinnprognose je Aktie bleibt bei 2,80 bis 3,00 Dollar, darin bereits eingerechnet ist eine Belastung von rund 0,10 Dollar aus der Transaktion mit Innovent Biologics.
Parallel dazu weitet Pfizer sein Sparprogramm aus: Zusätzliche 2,5 Milliarden Dollar sollen zwischen 2027 und 2029 eingespart werden, aufbauend auf einem bereits laufenden Programm mit einem Zielvolumen von 5,7 Milliarden Dollar bis Jahresende. Die frisch übernommene Adipositas-Biotechfirma Metsera, für rund 10 Milliarden Dollar erworben, soll künftig zusammen mit einem GLP-1-Präparat und einem Amylin-Wirkstoff neue Wachstumsimpulse liefern. Entscheidende Studiendaten dazu erwartet der Konzern in den kommenden zwölf Monaten.
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