Pfizer hält Wort. Während die Forschung an einem wichtigen Krebsmedikament stockt, bleibt die Ausschüttung an die Aktionäre stabil. Das Unternehmen setzt auf Verlässlichkeit in unruhigen Zeiten.
Der Pharmariese zahlt für das dritte Quartal 2026 erneut 0,43 US-Dollar je Aktie. Es ist die 351. Quartalsdividende in Folge. Mit einer Rendite von fast sieben Prozent bleibt das Papier ein klassischer Wert für Einkommensinvestoren.
Rückschlag in der Krebsforschung
In der Onkologie-Sparte trübt sich das Bild derweil ein. Die klinische Phase-3-Studie SigVie-002 verfehlte ihr Ziel. Das Medikament Sigvotatug Vedotin konnte die Überlebensrate bei Lungenkrebs-Patienten nicht signifikant steigern. Das schmerzt besonders, da der Wirkstoff ein Kernstück der 43 Milliarden Dollar teuren Seagen-Übernahme war.
Pfizer kaufte Seagen vor allem wegen seiner Expertise bei Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten. Der Misserfolg der Studie wirft nun Fragen zur Bewertung dieses Zukaufs auf. Dennoch will der Konzern den Wirkstoff in anderen Kombinationen weiter testen.
Neue Zulassung und Managementwechsel
Ein Lichtblick kommt von der US-Gesundheitsbehörde FDA. Sie weitete die Zulassung für das Brustkrebsmittel Ibrance aus — die erste Erweiterung seit sieben Jahren. In klinischen Tests senkte das Mittel das Sterberisiko um 24 Prozent. Das Medikament kann so seine Marktposition gegen kommende Patentabläufe verteidigen.
Parallel dazu steht ein Wechsel im Management an. Finanzchef David Denton verlässt den Konzern im August Richtung Nike. Cecile Guegan übernimmt den Posten vorerst kommissarisch.
Trotz der Rückschläge hält der Vorstand an seinen Zielen für 2026 fest. Der Umsatz soll bis zu 62,5 Milliarden Dollar erreichen. Beim bereinigten Gewinn je Aktie peilt das Management einen Wert von bis zu drei Dollar an.
An der Börse reagierten Anleger dennoch nervös: Die Aktie fiel zuletzt auf 21,19 Euro. Damit nähert sich das Papier technisch gesehen einer überverkauften Zone. Die Aktie notiert deutlich unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 22,39 Euro.
Pfizer setzt auf Stabilität. Die Bestätigung der Jahresprognose signalisiert Vertrauen in das bestehende Portfolio. Im August leitet der Wechsel an der Finanzspitze die nächste Phase der operativen Neuausrichtung ein.
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