Die Analysten von Bradesco BBI hoben ihr Rating für das brasilianische Energieunternehmen gestern von „Neutral“ auf „Outperform“ an. Als Begründung nannten sie ein günstiges Risiko-Rendite-Profil sowie die starke operative Dynamik des Konzerns. Das Kursziel setzten die Experten auf 20 US-Dollar fest. Am Freitag schloss die Aktie im europäischen Handel bei 7,30 €.
Analystenlob und Milliarden-Entschuldung
Flankiert wird die positive Analysteneinschätzung durch Fortschritte in der Bilanzstruktur. Die Tochtergesellschaft Petrobras Global Finance B.V. hat am Donnerstag die vorzeitige Rückzahlung von Global Notes im Gesamtwert von 1,08 Milliarden US-Dollar angekündigt. Diese bis 2028 laufenden Papiere mit einem Kupon von knapp sechs Prozent sollen zum 25. September vollständig getilgt werden. Das Unternehmen nutzt hierfür vorhandene Barmittel, um die Zinslast weiter zu senken.
Ein wesentlicher Treiber für das künftige Wachstum bleibt das Tiefsee-Ölfeld Búzios. Medienberichten zufolge standen die neuen Förderplattformen P-80 und P-82 am Freitag kurz vor ihrer Auslieferung.
Diese Einheiten verfügen über eine kombinierte Kapazität von 450.000 Barrel pro Tag und sollen ab dem Jahr 2027 die Produktion aufnehmen. Das Papier verzeichnet seit Jahresanfang ein Kursplus von 49 %, notiert jedoch noch unter dem im Mai erreichten 52-Wochen-Hoch von 8,18 €.
Expansion in Westafrika und Rekordproduktion
Auch geografisch erweitert der Konzern seinen Aktionsradius. Am 21. August erhielt das Unternehmen die Genehmigung, über vier Offshore-Explorationsblöcke im Keta-Becken vor der Küste Ghanas zu verhandeln. Das dortige Energieministerium stimmte dem Antrag auf Vertragsverhandlungen zu.
Diese Expansion folgt auf technische Erfolge in heimischen Gewässern: Am 14. August wurden bei der Erkundungsbohrung Morpho im Foz do Amazonas-Becken Kohlenwasserstoffe nachgewiesen. Bloomberg berichtet, dass die Bohrungen in rund 2.886 Metern Wassertiefe vor der Küste des Bundesstaates Amapá derzeit noch andauern.
Grundlage für den aktuellen Optimismus sind zudem die operativen Rekorde, die der Konzern Anfang August vorlegte. Die gesamte Öl- und Erdgasproduktion erreichte im zweiten Quartal 2026 ein Rekordniveau von 3,34 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag. Die eigene Ölförderung in Brasilien stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 % auf 2,7 Millionen Barrel täglich.
Trotz dieser operativen Stärke verzeichnete die Aktie unmittelbar nach der Zahlenvorlage leichte Abgaben, obwohl der Gewinn je Aktie mit 1,38 US-Dollar die Erwartungen der Analysten von 1,25 US-Dollar übertraf.
Der bereinigte EBITDA verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu auf 20,0 Milliarden US-Dollar, während die Auslastung der Raffinerien mit 101 % einen historischen Höchststand erreichte. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Konzern nun ein Erreichen des oberen Endes der Prognosespanne.
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