Petrobras Aktie: Ibama genehmigt drei Bohrungen

Symbolbild, KI-generiert

Petrobras darf drei weitere Quellen im Amazonasbecken erkunden. Leichtes Öl, geplante Milliardeninvestitionen und grüne Projekte prägen den Konzernkurs.

Auf einen Blick:
  • Drei neue Bohrungen offiziell genehmigt
  • Ölqualität erreicht 35 bis 40 API
  • Petrobras plant 2,5 Milliarden Dollar
  • Grüner Wasserstoff mit Solarstrom getestet

Der brasilianische Energiekonzern Petrobras hat einen entscheidenden Fortschritt bei der Exploration seiner potenziell ertragreichsten neuen Ölfelder erzielt.

Die staatliche Umweltbehörde Ibama erteilte am Freitag die Genehmigung für drei weitere Bohrungen im Block FZA-M-59, der sich im Foz do Amazonas-Becken befindet. Damit darf das Unternehmen die Zielgebiete Manga, Crotalus und die Erweiterung des Morpho-Feldes untersuchen.

Diese Entwicklung folgt auf Berichte über eine außergewöhnlich hohe Ölqualität in der Region, die den strategischen Wert der Äquatorialmarge für den Konzern unterstreicht.

Hochwertiges Öl vergleichbar mit Guyana

Interne Analysen der Proben aus dem Morpho-Brunnen deuten darauf hin, dass es sich bei den dortigen Vorkommen um sehr leichtes Öl mit einer API-Dichte von 35 bis 40 handelt. Diese Qualität ist vergleichbar mit den bedeutenden Funden im benachbarten Guyana, wie den Feldern Liza oder Unity Gold.

Zum Vergleich: Das Öl aus dem etablierten brasilianischen Tupi-Feld weist lediglich einen API-Wert von etwa 28 auf, während andere Felder wie Jubarte noch schwereres Öl führen. Brasiliens Präsident Lula bezeichnete die Funde bereits als „sehr feines Öl“.

Die neuen Bohrungen finden in einer Wassertiefe von mehr als 2.800 Metern und etwa 175 Kilometer vor der Küste statt. Die Umweltauflagen für diese Projekte bleiben streng; so untersagte die Ibama ausdrücklich das Entsorgen von Bohrrückständen im Meer.

Petrobras plant, bis zum Jahr 2030 insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar in 15 Bohrungen entlang der Äquatorialmarge zu investieren. Experten schreiben der Region ein Potenzial von bis zu 30 Milliarden Barrel Rohöl zu, was massive Auswirkungen auf das Bruttoinlandsprodukt der angrenzenden Bundesstaaten wie Amapá haben könnte.

Stützpfeiler des brasilianischen Haushalts

Die Bedeutung von Petrobras für die brasilianische Staatskasse manifestierte sich im ersten Halbjahr 2026 erneut in den fiskalischen Daten des Finanzministeriums.

Von den insgesamt 10,4 Milliarden Real, die der Staat an Dividenden von Staatsunternehmen einnahm, entfielen rund 6,1 Milliarden Real auf Petrobras. Dies entspricht einem Anteil von 58,7 Prozent. Seit 2019 hat der Konzern damit insgesamt 158,8 Milliarden Real an den brasilianischen Haushalt ausgeschüttet.

Anleger reagierten positiv auf die jüngsten operativen Fortschritte. Gestern schloss das Papier bei 7,75 €. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel ein Plus von 58 %. Vom 52-Wochen-Hoch bei 8,18 € trennen den Kurs damit lediglich rund 5,2 %. Während die operative Expansion voranschreitet, bleibt das Unternehmen jedoch im Fokus politischer Debatten.

In Salvador forderte der Präsidentschaftskandidat Hertz Dias am Samstag die vollständige Wiederverstaatlichung des Konzerns und kritisierte die hohen Dividendenzahlungen an private Aktionäre, die stattdessen in Forschung und saubere Energie fließen sollten.

Investitionen in grüne Energie und Gasversorgung

Parallel zur Ölförderung treibt Petrobras die Diversifizierung seines Portfolios voran. In Alto do Rodrigues entsteht derzeit eine Pilotanlage für grünen Wasserstoff. Mit einer Investition von rund 90 Millionen Real und einem 2-Megawatt-Elektrolyseur soll dort die Produktion von Wasserstoff mittels Solarenergie getestet werden. Ziel ist unter anderem die Beimischung des Gases in das bestehende Erdgasnetz.

Im Bereich der konventionellen Energieversorgung spielt der Konzern zudem eine zentrale Rolle bei den Regierungsplänen zur Senkung der Gaspreise für die Basisindustrie. Zielmarken von etwa 5 bis 6 US-Dollar pro MMBtu werden angestrebt, während Großabnehmer wie Vale derzeit noch deutlich höhere Preise zahlen.

Für das Jahr 2027 plant die Regierung zudem eine außerordentliche Versteigerung von Förderrechten im Vorsalz-Bereich, die Einnahmen von 22,4 Milliarden Real generieren soll, um das angestrebte Primärdefizit zu senken. Petrobras wird hierbei voraussichtlich erneut als zentraler Akteur und Vermarkter auftreten.

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