Personaldienstleister und Werberiesen: Fünf EuroStoxx-Aktien im Höhenflug

Zyklische Werte dominieren die 30-Tage-Bestenliste im EuroStoxx. Hays verzeichnet ein Plus von 77 Prozent, während WPP und Adecco ebenfalls stark zulegen.

Auf einen Blick:
  • Hays führt mit 77,6 Prozent
  • WPP profitiert von Werbebudgets
  • Adecco trotz Rally im Minus
  • Clariant nahe 52-Wochen-Hoch

Ein Sprung von über 77 Prozent in nur einem Monat – für eine etablierte Aktie ist das keine gewöhnliche Kursbewegung, sondern eine handfeste Neubewertung. Genau das ist Hays in den vergangenen Wochen widerfahren. Und der britische Personalvermittler steht damit nicht allein: Gleich zwei weitere Namen aus der Personaldienstleistungsbranche sowie ein Werbekonzern und ein Spezialchemiekonzern mischen im aktuellen Momentum-Ranking des EuroStoxx-Universums ganz vorne mit.

Das Bild ist auffällig einseitig. Personalvermittlung, Werbung und Spezialchemie dominieren die Liste der stärksten 30-Tage-Performer. Das deutet darauf hin, dass Anleger derzeit gezielt auf eine wirtschaftliche Erholung sowie auf erfolgreiche Restrukturierungen setzen – Sektoren also, die besonders sensibel auf Konjunktursignale reagieren.

RangUnternehmen30-Tage-Rendite
1Hays77,6 %
2WPP52,2 %
3Adecco34,8 %
4Clariant34,8 %
5Teleperformance34,3 %

Hays: Vom Krisenwert zum Spitzenreiter

Kein anderer Wert im Ranking hat eine derart dramatische Kehrtwende hingelegt wie Hays. Die Aktie notiert aktuell bei 0,6305 GBP und liegt damit nur noch gut sechs Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 0,6730 GBP. Bemerkenswert: Vor wenigen Monaten, im April, markierte der Titel mit 0,2788 GBP noch sein Jahrestief – seither hat sich der Kurs mehr als verdoppelt.

Als Spezialist für die Vermittlung von Fach- und Führungskräften reagiert Hays extrem sensibel auf jede Aufhellung der globalen Einstellungsabsichten. Steigen die Personalbudgets der Unternehmen, profitiert Hays direkt über höhere Vermittlungsgebühren. Der RSI von 70,5 signalisiert inzwischen eine überkaufte Situation, was kurzfristige Gewinnmitnahmen wahrscheinlicher macht. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von über 42 Prozent zeigt aber auch, wie weit sich der Titel von seinem langfristigen Mittel entfernt hat – ein Zeichen für die Wucht der aktuellen Bewegung.

WPP: Werbebudgets kehren zurück

Auf Platz zwei folgt der Werbekonzern WPP, dessen Aktie zuletzt mit 4,58 Euro gehandelt wurde – ein Plus von 1,10 Prozent gegenüber dem Vortag. Über sieben Handelstage hinweg summiert sich der Zuwachs auf beachtliche 29,01 Prozent. Damit nähert sich der Titel seinem 52-Wochen-Hoch von 4,72 Euro, das er im August vergangenen Jahres erreicht hatte.

Getragen wird die Rally von der Rückkehr großer Werbebudgets aus dem Technologie- und Konsumgütersektor. Effizienzprogramme innerhalb der Gruppe haben zusätzlich die operativen Margen stabilisiert. Mit einem RSI von 79,5 zählt WPP aktuell zu den am stärksten überkauften Werten im gesamten Ranking – ein Warnsignal für alle, die auf eine ruhige Fortsetzung des Trends hoffen. Die Abhängigkeit von der globalen Konjunktur bleibt ein Risikofaktor, schließlich gehören Werbeausgaben zu den ersten Posten, die Unternehmen in Abschwungphasen kürzen.

Adecco: Zeitarbeit als Konjunkturbarometer

Der Schweizer Personaldienstleister Adecco teilt sich mit 34,83 Prozent Kurszuwachs über 30 Tage den dritten Platz. Bemerkenswert ist der Kontrast zur Jahresbilanz: Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit -3,70 Prozent im Minus, auf Sicht von zwölf Monaten sogar mit -14,91 Prozent. Der jüngste Kursschub wirkt damit wie eine späte Aufholjagd nach einer langen Schwächephase.

Zeitarbeit und Outsourcing gelten als Flexibilisierungsinstrument für Unternehmen in volatilen Wirtschaftsphasen. Eine Stabilisierung der Volumina in Kernmärkten wie Frankreich und Nordamerika hat die jüngste Erholung befeuert. Aktuell notiert die Aktie bei 23,96 Euro, nachdem sie am Vortag noch bei 24,20 Euro schloss – ein leichter Rücksetzer von knapp einem Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 28,82 Euro bleibt mit fast 17 Prozent deutlich, was Anlegern signalisiert: Der Weg zurück zu alten Höchstständen ist noch nicht beendet.

Clariant: Nischenfokus zahlt sich aus

Mit ebenfalls 34,77 Prozent Kurszuwachs auf Monatssicht hält Clariant nahezu gleichauf mit Adecco. Der Spezialchemiekonzern hat sein Portfolio in den vergangenen Monaten gestrafft und unrentable Geschäftsbereiche abgestoßen – ein Kurs, der sich jetzt im Aktienkurs niederschlägt. Aktuell notiert der Titel bei 10,66 Euro und damit nur einen Wimpernschlag von seinem 52-Wochen-Hoch bei 10,72 Euro entfernt.

Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits 38,35 Prozent zugelegt, über zwölf Monate sind es 23,59 Prozent. Diese Konstanz unterscheidet Clariant von den sprunghafteren Bewegungen bei Hays oder WPP. Starke Nachfrage aus der Kosmetikindustrie und dem Agrarsektor, in denen das Unternehmen führende Positionen einnimmt, treibt das Geschäft zusätzlich an. Mit einem RSI von 80,5 ist allerdings auch hier die Luft nach oben dünner geworden – Rohstoffpreisschwankungen bleiben ein Risiko für die Margen.

Teleperformance: Erleichterung nach der KI-Angst

Den fünften Platz belegt der französische Kundenservice-Spezialist Teleperformance mit einem Monatsplus von 34,30 Prozent. Der Titel hatte lange unter der Sorge gelitten, dass künstliche Intelligenz das klassische Callcenter-Geschäft überflüssig machen könnte. Die aktuelle Bewegung liest sich wie eine Erleichterungsrallye.

Bei 68,76 Euro notiert die Aktie aktuell, nach einem Tagesplus von 1,06 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 78,08 Euro aus dem Mai fehlen aber noch knapp zwölf Prozent – Luft für eine weitere Erholung ist also vorhanden. Auffällig: Auf Sieben-Tage-Sicht stagniert der Kurs nahezu (+0,09 Prozent), der Großteil des Anstiegs fand also bereits früher im Monat statt. Investoren scheinen zunehmend zu akzeptieren, dass Teleperformance KI als Produktivitätswerkzeug einsetzt, statt von ihr verdrängt zu werden. Sollte sich die Automatisierung schneller durchsetzen als die Anpassungsfähigkeit des Unternehmens, könnte die Erholung allerdings schnell wieder ins Stocken geraten.

Sektordynamik im Überblick

Ein Blick auf die technischen Kennzahlen zeigt, wie ausgereizt die Bewegung in Teilen bereits ist:

  • Überkaufte Signale: Clariant (RSI 80,5) und WPP (RSI 79,5) liegen deutlich im überkauften Bereich
  • Größte Distanz zum langfristigen Mittel: Hays notiert 42,26 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt
  • Schwächstes Jahresergebnis trotz Rally: Adecco liegt seit Jahresbeginn weiterhin im Minus
  • Nächste Widerstandsmarke: Clariant und WPP nähern sich ihren jeweiligen 52-Wochen-Hochs

Gemeinsam ist allen fünf Werten, dass sie aus zyklischen, konjunktursensiblen Branchen stammen. Personaldienstleister, Werbekonzerne und Spezialchemie zählen zu den ersten Nutznießern, wenn sich Wachstumserwartungen aufhellen – aber auch zu den ersten Verlierern, sobald sich das Blatt wendet.

Momentum trifft auf Überhitzungsrisiko

Die Kombination aus Personaldienstleistern, einem Werbekonzern und einem Chemiewert im Spitzenfeld liefert ein klares Signal: Der Markt preist derzeit eine breitere konjunkturelle Erholung ein. Gleichzeitig mahnen die überkauften RSI-Werte bei WPP und Clariant zur Vorsicht. Wie nachhaltig die Rally bei Hays und den anderen Werten ausfällt, dürfte sich in den kommenden Quartalsberichten zeigen – dort werden sich die aktuellen Kurserwartungen an den tatsächlichen Geschäftszahlen messen lassen müssen.

Hays-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Hays-Analyse vom 07. August liefert die Antwort:

Die neusten Hays-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Hays-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 07. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Hays: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Hinweis: Teile dieses Artikels wurden mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)