Pernod Ricard verliert im ersten Geschäftsquartal weniger Umsatz als befürchtet. Der organische Rückgang liegt bei 0,9 Prozent, Analysten hatten im Schnitt mit 1,7 Prozent gerechnet. Den Ausschlag gibt ein starkes Indien-Geschäft, das die Schwäche in den USA und China abfedert.
Zwei Problemmärkte, ein Lichtblick
Der berichtete Umsatz sank um 6,3 Prozent auf 2,23 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür sind vor allem Portfolioeffekte, etwa der Verkauf von Imperial Blue und des Weingeschäfts. Währungseffekte spielten kaum eine Rolle.
In den USA fiel der Umsatz um 10 Prozent, in China sogar um 25 Prozent. Der Konzern verweist in beiden Märkten auf Lagerbestandsanpassungen im Handel, die er so erwartet hatte. Der gesamte US-Spirituosenmarkt schrumpfte nach Unternehmensangaben wertmäßig um etwa 2 Prozent.
Indien liefert das Gegenstück: Der Umsatz stieg dort um 19 Prozent. Importierte Marken wie Jameson, Absolut und Ballantine’s wuchsen zweistellig, ebenso die lokalen Whiskys Royal Stag und Blenders Pride. Hinzu kommt ein Lagerauffülleffekt, weil der Konzern einen möglichen Börsengang der Indien-Sparte vorbereitet. Ob er tatsächlich kommt, entscheidet der Verwaltungsrat noch.
Ohne USA und China wächst der Rest
Rechnet man beide Märkte heraus, legte der Umsatz im Rest der Welt um 4 Prozent zu. Die Absatzmengen insgesamt stiegen um 6 Prozent. In Europa ging es dagegen um 6 Prozent bergab, Deutschland bleibt dabei besonders schwach. Das Reisegeschäft verlor 4 Prozent, belastet vom Nahost-Konflikt.
In China zeichnet sich zumindest eine Stabilisierung ab. Die zugrunde liegenden Abverkäufe wuchsen wieder, getragen von der Mid-Autumn-Festival-Kampagne bei Martell im Handel. Die Gastronomie leidet weiter unter den regulatorischen Eingriffen.
Ausblick bleibt vorsichtig
Für das Geschäftsjahr erwartet das Management einen organisch weitgehend stabilen Umsatz. Rückgänge in den USA und China sollen durch Wachstum im Rest der Welt aufgefangen werden, vor allem in Indien. Die Marge will der Konzern mit strikter Kostenkontrolle verteidigen.
Mittelfristig bleibt die Latte niedriger als früher: Für die Jahre 2027 bis 2029 peilt Pernod Ricard im Schnitt ein organisches Wachstum nahe dem unteren Ende der Spanne von 3 bis 6 Prozent an. Dazu sollen Effizienzmaßnahmen von einer Milliarde Euro bis 2028 beitragen.
Bis 2029 will der Konzern das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA unter das Dreifache drücken. Der nächste feste Termin ist die Hauptversammlung am 20. November 2026, die Halbjahreszahlen folgen am 18. Februar 2027.
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