Ein unerwartet starkes Quartalswachstum hat den Kurs von PepsiCo gestern trotz einer gekürzten Gewinnprognose nach oben getrieben. Der US-Konzern steigerte den Nettoumsatz im dritten Quartal um 5,6 Prozent auf 25,27 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen an der Wall Street.
Organisch legten die Erlöse um 3,1 Prozent zu – das stärkste Plus seit dem vierten Quartal 2023. Anleger honorierten die robuste Nachfrage: Im europäischen Handel kletterte das Papier am Donnerstag um 3,4 Prozent auf 114,24 Euro.
Starkes Auslandsgeschäft fängt US-Schwäche auf
Verantwortlich für die positive Umsatzentwicklung war vor allem das internationale Geschäft. Außerhalb Nordamerikas erzielte der Getränke- und Snackhersteller ein organisches Erlösplus von acht Prozent. Weltweit legte der Absatz von Snacks um vier Prozent zu, angetrieben von zweistelligen Zuwächsen im asiatisch-pazifischen Raum. Bei den Getränken verbuchte das Unternehmen global ein Mengenwachstum von drei Prozent.
Dagegen bereitet der nordamerikanische Heimatmarkt dem Management weiterhin Sorgen. In den USA und Kanada ging das Getränkevolumen im Quartal um zwei Prozent zurück, während die Mengen im Lebensmittelbereich stagnierten. CEO Ramon Laguarta zeigte sich mit dem nordamerikanischen Getränkeverlauf unzufrieden.
Um den gestiegenen Ausgaben für Vorprodukte, Logistik und Marketing entgegenzuwirken, plant PepsiCo nun gezielte Preisanhebungen im einstelligen Prozentbereich für Snackmarken wie Doritos, Ruffles und SunChips sowie für ausgewählte Erfrischungsgetränke.
Jahresprognose beim Gewinn nach unten korrigiert
Trotz des soliden Quartalsergebnisses sah sich die Konzernführung veranlasst, die Ertragsziele für das Gesamtjahr 2026 zu stutzen. Beim bereinigten Gewinn je Aktie erwartet PepsiCo nun nur noch ein Wachstum von 2,5 bis 3,5 Prozent, nachdem zuvor fünf bis sieben Prozent in Aussicht gestellt worden waren.
Zu konstanten Wechselkursen schrumpft die Zielmarke auf ein bis zwei Prozent. Ein Sondereffekt trübte zudem die Qualität des Quartalsgewinns: Zollrückerstattungen in Höhe von 178 Millionen US-Dollar trugen vier Prozentpunkte zum operativen Kerngewinnwachstum bei – ein Impuls, der in den kommenden Quartalen entfällt.
CFO Steve Schmitt stellte für das vierte Quartal anhaltenden Margendruck in Nordamerika in Aussicht. Das Unternehmen kündigte deshalb zusätzliche Kostensenkungen an, darunter den Abbau von Doppelstrukturen und die Kürzung nicht zwingend notwendiger Ausgaben. Die freiwerdenden Mittel sollen in Marketing und Markenauftritte reinvestiert werden, um die Marktanteile im US-Geschäft nachhaltig zu stabilisieren.
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