Kurz vor der Veröffentlichung der Quartalsbilanz sieht sich PepsiCo mit neuen regulatorischen Hürden in Asien und vorsichtigeren Analystenstimmen an der Wall Street konfrontiert. In Indien zieht der US-Getränkeriese gemeinsam mit Monster Beverage vor Gericht, um ein Verbot der Produktbezeichnung „Energy Drink“ durch die indische Lebensmittelbehörde FSSAI zu kippen.
Der Streit trifft das Unternehmen in einem Wachstumsmarkt, während an den westlichen Heimatmärkten der Margendruck zunimmt. An den europäischen Börsen beendete die Aktie den Handel gestern bei 111,78 Euro.
Juristisches Ringen um indischen Wachstumsmarkt
Hintergrund des Verfahrens in Delhi ist eine Anordnung der Behörde vom 30. Juni, wonach die Bezeichnung „Energy Drink“ für koffeinreiche Erfrischungsgetränke untersagt werden soll.
Die Behörde setzte den Herstellern eine Frist von 90 Tagen zur Entfernung der Etiketten. Laut Gerichtsunterlagen von Ende September gab PepsiCo an, vor dem Erlass keine Gelegenheit zu einer Stellungnahme erhalten zu haben.
Zu diesem Zeitpunkt befanden sich nach Unternehmensangaben allein zum Stichtag 31. Juli rund 492 Millionen Flaschen sowie 26 Millionen Dosen mit der beanstandeten Kennzeichnung im Umlauf. In mehreren Bundesstaaten kam es bereits zu Warenbeschlagnahmungen.
Für den Konzern steht in Südasien ein strategisches Wachstumsfeld auf dem Spiel. Der indische Markt für Energy Drinks wächst mit einer jährlichen Rate von 12,6 Prozent und soll bis 2028 ein Volumen von 1,6 Milliarden Dollar erreichen. Während örtliche Gerichte das Verbot für Red Bull bereits aufhoben und für Hell Energy aussetzten, soll der Fall von PepsiCo in Kürze verhandelt werden.
Kurszielsenkungen vor dem Quartalsbericht
Parallel zur juristischen Auseinandersetzung trübt sich die Stimmung unter den institutionellen Beobachtern ein. Barclays-Analystin Lauren Lieberman bestätigte gestern ihre Einstufung für das Papier mit Equal-Weight, reduzierte das Kursziel jedoch von 142 auf 133 Dollar.
Zuvor hatte vor gut einer Woche das Thema selektiver Preiserhöhungen im US-Snackgeschäft für Gesprächsstoff gesorgt, nachdem der Konzern versucht hatte, gestiegene Rohstoff-, Verpackungs- und Logistikkosten aufzufangen.
Am Markt wächst vor dem 8. Oktober die Nervosität, an dem PepsiCo die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsquartal vorlegen will. Optionen preisen laut Bloomberg für den Berichtstag eine Kursbewegung von 3,3 Prozent ein.
Anleger blicken dabei vor allem auf die Entwicklung der Absatzvolumina im nordamerikanischen Lebensmittel- und Snackbereich, die zuletzt Ermüdungserscheinungen zeigten. Mit dem gestrigen Schlusskurs trennt die Aktie nur ein hauchdünner Abstand von 0,4 Prozent von ihrem 52-Wochen-Tief.
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