Die US-Bank JPMorgan zieht bei PepsiCo die Notbremse. Das Analysehaus stufte die Aktie des Getränke- und Snackkonzerns am heutigen Dienstag von „Overweight“ auf „Neutral“ herab und reduzierte das Kursziel drastisch von 170 auf 138 US-Dollar. Zur Begründung verwiesen die Experten auf die stagnierende Erholung im nordamerikanischen Heimatmarkt sowie auf anhaltenden Kostendruck.
Im Handel verharrt das Papier nach der Abstufung mit 113,16 Euro und einem verhaltenen Tagesplus von 0,09 Prozent nahe dem Jahrestief. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 144,88 Euro hat der Titel inzwischen rund 22 Prozent an Wert eingebüßt.
Nordamerika-Geschäft bremst die Gewinnaussichten
Die Analysten von JPMorgan sehen wachsende Hürden für den US-Konzern. Vor allem die schleppende Belebung der Nachfrage in Nordamerika bereitet Sorgen. Um das anvisierte Gewinnwachstum je Aktie von 5 bis 7 Prozent zu erreichen, dürfte PepsiCo im vierten Quartal 2026 verstärkt auf Sparprogramme angewiesen sein.
In der Folge passte JPMorgan die eigenen Schätzungen spürbar nach unten an. Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet das Institut nur noch mit einem Gewinn je Aktie von 8,86 US-Dollar, nachdem zuvor 9,05 US-Dollar erwartet worden waren. Der Marktkonsens liegt bei 8,95 US-Dollar.
Für 2028 kürzte das Haus die Prognose von 9,57 auf 9,33 US-Dollar je Aktie, womit die Schätzung ebenfalls unter dem Marktkonsens von 9,47 US-Dollar bleibt.
Zunehmende Skepsis an der Wall Street
Der Schritt von JPMorgan reiht sich in eine Serie von Abwertungen ein. Bereits gestern stufte die Deutsche Bank den Titel auf „Hold“ zurück und strich ihr Kursziel von 155 auf 138 US-Dollar zusammen. Weitere Häuser passten ihre Bewertungsmodelle ebenfalls nach unten an, wodurch die Kurszielspanne der Analysten mittlerweile deutlich enger gefasst ist.
Die Skepsis der Analysten trifft auf ein schwieriges Marktumfeld, in dem PepsiCo zuletzt mit der Preisgestaltung ringen musste. Geplante Preiserhöhungen im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich für Snack-Marken wie Doritos und Ruffles sollen 2026 die Margen stabilisieren, nachdem frühere Rabatte die Volumen nicht wie erhofft ankurbeln konnten.
Investitionsoffensive in Lateinamerika
Parallel zu den Herausforderungen im Heimatmarkt treibt der Konzern seine internationale Aufstellung voran. Am 27. September gab Kolumbiens Präsident Abelardo de la Espriella bekannt, dass PepsiCo in den kommenden fünf Jahren eine Milliarde US-Dollar im Land investieren will.
Die Mittel sollen in den Ausbau der lokalen Produktion, die Modernisierung von Anlagen und ein schlagkräftigeres Distributionsnetz fließen. Laut dem kolumbianischen Staatschef soll das Vorhaben mehr als 2.000 Landwirte einbinden.
Details zu den genauen Regionen, dem exakten Zeitplan sowie der Zahl neuer Arbeitsplätze stehen derzeit allerdings noch aus. Ob der Vorstoß in Schwellenmärkten ausreicht, um die Bremsspuren in Nordamerika wettzumachen, bleibt vorerst die zentrale Frage für Investoren.
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