PepsiCo hat im zweiten Quartal 2026 die Erwartungen der Wall Street übertroffen – und dennoch trennen sich einzelne Großanleger von ihren Anteilen, während andere aufstocken. Das Bild rund um die Aktie bleibt gespalten.
Zahlen schlagen Konsens, Kurs bleibt unter Druck
Der Getränke- und Snackkonzern meldete für das zweite Quartal einen Gewinn je Aktie von 2,20 US-Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 2,19 US-Dollar knapp. Der Umsatz kletterte auf 24,18 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und ebenfalls oberhalb der erwarteten 23,95 Milliarden US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 stellt PepsiCo einen Gewinn je Aktie zwischen 8,550 und 8,710 US-Dollar in Aussicht.
Trotz des Zahlenbeats zeigt sich die Aktie im deutschen Handel angeschlagen: Am Freitag schloss das Papier bei 120,42 Euro, ein Plus von 1,53 Prozent auf Tagessicht. Vom 52-Wochen-Hoch bei 144,88 Euro, erreicht Anfang März, trennen die Aktie damit weiterhin fast 17 Prozent. Die jüngste Erholung reicht nicht aus, um den mittelfristigen Abwärtstrend zu brechen.
Institutionelle Anleger fahren gegensätzliche Kurse
Bei den großen Fondsgesellschaften zeigt sich derzeit kein einheitliches Bild. Entropy Technologies LP hat laut einer 13F-Meldung im ersten Quartal 2026 rund 113.156 PepsiCo-Aktien im Wert von etwa 17,57 Millionen US-Dollar erworben und damit eine neue Position aufgebaut, die inzwischen 0,8 Prozent des Fondsportfolios ausmacht.
Gegenläufig agierten andere Adressen: Morningstar Investment Management LLC reduzierte seinen Bestand im selben Zeitraum um 7,0 Prozent auf noch 58.982 Aktien im Wert von 9,16 Millionen US-Dollar. Auch Dai-ichi Life Insurance verkleinerte seine Position, verkaufte 8.316 Aktien und hält nun noch 128.051 Anteile im Wert von knapp 19,9 Millionen US-Dollar. Die Analystengemeinde bewertet die Aktie überwiegend zurückhaltend: Von 20 erfassten Häusern votieren sieben für Kauf, zwölf für Halten und eines für Verkauf, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 157,90 US-Dollar.
Preiskampf im Supermarktregal
Parallel zur Zahlenvorlage rückt ein anderes Thema in den Fokus: die Preispolitik im US-Einzelhandel. Nach Angaben von AP News hatte PepsiCo zwischen 2022 und 2023 acht Quartale in Folge zweistellige Preiserhöhungen durchgesetzt, bevor der Konzern bei einzelnen Snackprodukten wieder Preissenkungen vornahm. Im Juli 2026 senkte nun auch der Handelsriese Walmart die Preise für Pepsi-Produkte, wie AP News berichtet. Der Hintergrund: US-Lebensmittelpreise reagieren nach einer Teuerungswelle traditionell nur langsam nach unten, selbst wenn die allgemeine Inflation nachlässt.
Für Anleger ist das ein zweischneidiges Signal. Sinkende Verkaufspreise könnten kurzfristig die Marge belasten, zugleich könnte eine Belebung der Absatzmengen im Snack- und Getränkegeschäft die Kernmarken stützen. PepsiCo trieb zuletzt zudem die Expansion der Marke Quaker Oats in Nordtexas voran, während gleichzeitig ein Lagerstandort in Oklahoma geschlossen wurde – ein Muster aus selektivem Wachstum und Effizienzmaßnahmen, das sich auch in den vergangenen Quartalen bereits abzeichnete.
Charttechnisch angeschlagen
Die technische Verfassung der Aktie bleibt schwach: Der Kurs notiert weiterhin 6,43 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt, ein klassisches Signal für einen intakten längerfristigen Abwärtstrend. Die Marktkapitalisierung des Konzerns beläuft sich umgerechnet auf 162,08 Milliarden Euro. Der Wechsel zwischen institutionellen Zu- und Abflüssen bei gleichzeitig soliden Quartalszahlen deutet darauf hin, dass die Anlegerschaft die kurzfristige Kurserholung noch nicht als nachhaltige Trendwende einstuft.
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