Paypal: Platzt 2026 endlich der Knoten?

Starke Gewinne, neue KI-Partnerschaften und eine tiefe Integration in große Plattformen könnten 2026 den lange ersehnten Stimmungswechsel bei PayPal auslösen.

Auf einen Blick:
  • Operativ stark, Aktie bislang schwach
  • KI-Partnerschaften als Hebel
  • Hohe Cashflows, geringe Bewertung
  • Stimmungswechsel 2026 möglich

Liebe Leserinnen und Leser,
das Management von PayPal trägt sicher keine Schuld an der schwachen Kursentwicklung der Aktie. Immerhin konnte der Online-Bezahlanbieter im dritten Quartal mit starken operativen Ergebnissen überzeugen. Vor allem der Gewinn entwickelte sich deutlich besser als vom Markt erwartet. PayPal zeigt damit, dass das Geschäftsmodell trotz zunehmenden Wettbewerbs weiterhin hochprofitabel ist. Dass sich dies bislang nicht im Aktienkurs widerspiegelt, ist also weniger ein operatives als vielmehr ein psychologisches Problem des Marktes, der Ängste vor Konsumflaute und Konkkurenzdruck derzeit höher bewertet als das Erreichte.
Paypal lässt sich jedoch davon nicht beirren. Um die Profitabilität langfristig abzusichern und neue Wachstumstreiber zu erschließen, hat das Management frühzeitig begonnen, seine Plattform technologisch weiterzuentwickeln. Ein wichtiger Baustein ist dabei die im Vorjahr verkündete Kooperation mit OpenAI aus dem Hause Microsoft. Nutzer des KI-Tools ChatGPT können künftig den sogenannten „Sofort-Checkout“ wählen. Für Händler ist das hochattraktiv, weil Kaufabbrüche reduziert und Zahlungsprozesse weiter vereinfacht werden. PayPal rückt damit näher an den eigentlichen Kaufmoment heran – genau dort, wo Zahlungsanbieter den größten Mehrwert liefern.
Wem diese Perspektive allein noch nicht für ein Investment reicht, für den lohnt sich der Blick auf die im vierten Quartal angekündigte Kooperation mit der Alphabet-Tochter Google. Auf den ersten Blick wirkt der Deal widersprüchlich, da in den USA die direkte Verknüpfung von Paypal-Konten mit Google Wallet eingestellt wurde. Tatsächlich geht es hier aber um etwas Grundsätzlicheres: die tiefere Verzahnung der Zahlungsinfrastruktur und die Entwicklung neuer technischer Standards. Paypal agiert künftig nicht mehr nur als externer Button, sondern ist deutlich stärker in das Google-Ökosystem integriert. Das reduziert Reibungsverluste beim Bezahlen und erhöht die Sichtbarkeit von Paypal im Alltag der Nutzer.
Zusätzlich erhält Paypal Zugang zu Googles Cloud- und KI-Infrastruktur. Diese soll vor allem bei der Betrugsprävention, der Identitätsprüfung sowie bei personalisierten Checkout-Erlebnissen zum Einsatz kommen. Gerade im Online-Handel sind diese Funktionen entscheidend, um Margen zu schützen und das Vertrauen von Kunden und Händlern zu stärken. Alphabet wiederum steigert durch die Kooperation die Attraktivität der eigenen Plattformen im E-Commerce- und Mobile-Payment-Umfeld. Es handelt sich also um einen klassischen Win-Win-Deal.

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Das bringt mich zu einem wichtigen Punkt für Ihr Portfolio: Während PayPal von KI-Technologie profitiert, steht der gesamte Halbleiter-Sektor vor einem historischen Boom. Tech-Experte Bernd Wünsche analysiert in seinem kostenlosen Webinar, wie der Chip-Krieg zwischen USA und China eine außergewöhnliche Investmentchance eröffnet. Er stellt konkret eine Halbleiter-Aktie vor, die er als „die neue Nvidia“ bezeichnet und die vom 280-Milliarden-Dollar-Chip-Act der US-Regierung massiv profitieren könnte. Sie erfahren, warum Mikrochips als „das neue Öl“ gelten und welche Aktie vom globalen Chip-Wettrüsten am stärksten profitieren dürfte. Wünsche zeigt außerdem, wie institutionelle Investoren bereits Milliarden in diesen Sektor pumpen und warum frühe Anleger die gesamte Kursrally mitnehmen könnten. Kostenlose Chip-Sektor-Analyse mit konkreter Aktienempfehlung

Ein weiterer, oft unterschätzter Baustein ist die enge Verzahnung von Paypal mit großen E-Commerce-Plattformen. Besonders die Zusammenarbeit mit Shopify spielt hier eine wichtige Rolle. Paypal ist tief in den Checkout-Prozess vieler Shopify-Shops integriert und profitiert direkt vom strukturellen Wachstum des Online-Handels. Je mehr Händler auf professionelle Shop-Infrastrukturen setzen, desto wichtiger werden zuverlässige, globale Zahlungsdienstleister. Paypal ist in diesem Umfeld kein Nischenanbieter, sondern ein etablierter Standard.
Trotz all dieser positiven Entwicklungen blieb die Reaktion der Börse bislang enttäuschend. Jeder Erholungsversuch der Aktie wurde im Schlussquartal wieder abverkauft. Da das Papier auch auf Jahressicht deutlich hinter dem Gesamtmarkt zurückblieb, verstärkte sich der Verkaufsdruck zusätzlich durch bilanzielle Umschichtungen institutioneller Investoren. Paypal ist ein gutes Beispiel dafür, dass Börse nicht immer rational ist. Seit über einem Jahr gelingt es der Aktie nicht, sich auch nur annähernd an frühere Bewertungsniveaus heranzuarbeiten.


Die Angst vieler Investoren vor Marktanteilsverlusten und einem schwachen US-Konsum wiegt unerklärlich schwer, wenn man auf die stabilen Gewinne und hohen Cashflows schaut. Paypal ist heute sogar deutlich effizienter aufgestellt als noch vor einigen Jahren als die Aktie viel höher stand. Kosten wurden gesenkt, margenarme Aktivitäten zurückgefahren und der Fokus klar auf profitable Volumina gelegt.
Charttechnisch zeigt sich im Bereich zwischen 57 und 60 US-Dollar eine starke Unterstützung. Dieses Niveau wurde mehrfach verteidigt und könnte die Basis für eine nachhaltige Gegenbewegung bilden. Gleichzeitig stehen neue Konjunktur- und Verbraucherdaten an, die angesichts der extrem niedrigen Markterwartungen als positiver Katalysator wirken könnten. Der wahrscheinlichste Auslöser für einen Stimmungsumschwung bleibt jedoch das kommende Quartalsergebnis. Das Weihnachtsgeschäft dürfte sehr stark ausgefallen sein und erneut unterstreichen, dass Paypal operativ auf Kurs ist.
Sollte es dem Markt gelingen, Paypal wieder als das zu bewerten, was es ist – ein hochprofitabler Zahlungsinfrastruktur-Anbieter mit globaler Reichweite –, dann bietet die Aktie im laufenden Jahr erhebliches Aufholpotenzial. Die Voraussetzungen für eine Neubewertung sind vorhanden. Jetzt muss nur noch die Börse wieder hinschauen.

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