Ein Übernahmebericht bringt die PayPal-Aktie am Mittwochmorgen kräftig in Bewegung. Auf der Handelsplattform Tradegate springt der Kurs um gut 13 Prozent auf umgerechnet 53,50 US-Dollar. Damit verringert sich das Kursminus des laufenden Jahres von zuvor fast 20 Prozent spürbar — auch wenn PayPal damit noch weit vom Rekordhoch von 310 Dollar vor rund fünf Jahren entfernt bleibt.
Auslöser ist ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen: Der Zahlungsabwickler Stripe und die Beteiligungsgesellschaft Advent International sollen PayPal Anfang Juli ein gemeinsames Angebot von 60,50 Dollar je Aktie vorgelegt haben. Das entspricht einer Bewertung von mehr als 53 Milliarden Dollar und einem Aufschlag von etwa 28 Prozent auf den Schlusskurs vom Dienstag. Laut Reuters steht bereits eine Bankenfinanzierung von rund 50 Milliarden Dollar bereit — die Finanzierungsseite scheint also vorbereitet.
Warum Stripe zugreifen will
Ganz neu ist das Interesse nicht: Bereits im Februar 2026 hatte Bloomberg berichtet, dass Stripe eine Übernahme von PayPal oder Teilen des Geschäfts prüft. Ein erster Kontaktversuch der beiden Bieter soll bereits im April 2026 erfolgt sein, blieb damals aber unbeantwortet. Für Stripe, das sich bislang auf Zahlungsinfrastruktur für Unternehmen konzentriert, wäre PayPal der direkte Zugang zu einer breiten Verbrauchermarke, Millionen Kundenkonten und dem Bezahldienst Venmo. Advent und Stripe wollen das Unternehmen laut Reuters gemeinsam und zu gleichen Teilen halten, ohne es aufzuspalten.
Für PayPal selbst kommt das Interesse in einer ohnehin schwierigen Phase. Seit März 2026 führt mit Enrique Lores ein neuer Vorstandschef das Unternehmen und treibt ein Sparprogramm sowie eine strategische Neuausrichtung voran. Der Konzern kämpft seit Jahren mit wachsendem Wettbewerb im digitalen Zahlungsverkehr und einem Wachstumstempo, das hinter den Erwartungen aus der Pandemiezeit zurückbleibt.
Bestätigung steht aus
Offiziell bestätigt ist bislang nichts. PayPal, Stripe und Advent äußerten sich zunächst nicht zu dem Bericht, Advent lehnte laut Reuters eine Stellungnahme ab. Hinzu kommt die Kartellfrage: Zwei der größten Namen im digitalen Zahlungsverkehr unter einem Dach zu vereinen, dürfte Wettbewerbshüter in mehreren Regionen beschäftigen.
Ob PayPal auf das Angebot reagiert und ob Stripe sowie Advent den Bericht offiziell bestätigen, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen. Gespräche zwischen den Parteien werden laut Reuters angestrebt.
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