Beim Bezahldienstleister PayPal mehren sich die Zeichen, dass die eingeleitete Trendwende tatsächlich greift. Die Zahlen zum zweiten Quartal übertrafen sowohl die eigenen Ziele als auch die Erwartungen der Analysten. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,38 Dollar, deutlich über den prognostizierten 1,28 Dollar. Der Umsatz erreichte 8,68 Milliarden Dollar und schlug damit die Konsensschätzung von 8,47 Milliarden.
Wichtige Kennzahlen zeigen nach oben
Besonders im Blick der Investoren stehen die sogenannten Transaktionsmargen-Dollar, ein Maß für die Profitabilität des Kerngeschäfts. Diese Kennzahl stieg leicht auf 3,9 Milliarden Dollar, bereinigt um Zinserträge sogar um 3 Prozent. Das gesamte Zahlungsvolumen, also der Wert aller abgewickelten Transaktionen, wuchs währungsbereinigt um 9 Prozent auf 486,4 Milliarden Dollar. Diese Größe gilt als Gradmesser dafür, wie gut PayPal seine Plattform in Erträge umwandelt. Die Richtung stimmt also, auch wenn die Fortschritte in einzelnen Bereichen noch überschaubar bleiben.
Angehobene Prognose stärkt das Vertrauen
Das vielleicht wichtigste Signal war die angehobene Jahresprognose. PayPal erwartet nun einen bereinigten Gewinn je Aktie von 5,38 Dollar für das Gesamtjahr, nach 5,31 Dollar im Vorjahr. Zuvor hatte das Management noch von einem leichten Rückgang bis zu einem geringen Wachstum gesprochen. Auch bei den Transaktionsmargen-Dollar rechnet der Konzern nun mit rund 15,6 Milliarden Dollar und damit mit einem leichten Anstieg statt eines Rückgangs. Zusätzlich peilt PayPal in diesem Jahr Einsparungen von 400 Millionen Dollar an, auf dem Weg zu einem langfristigen Ziel von 1,5 Milliarden Dollar.
Der neue Chef krempelt den Konzern um
Hinter der Neuausrichtung steht Vorstandschef Enrique Lores, der Anfang 2026 an die Spitze rückte und zuvor den Technologiekonzern HP führte. Er hat PayPal in drei eigenständige Geschäftsbereiche gegliedert, darunter je eine Einheit für den Bezahldienst Venmo und für das Kryptogeschäft. Lores will bislang ungenutzte Kundengruppen erschließen und Venmo über reine Zahlungen zwischen Privatpersonen hinaus zu einer Plattform für Geldverwaltung ausbauen. Strategische Zukäufe schließt er dabei nicht aus.
Das Jahr war für die Aktie turbulent. Ein Kurssturz im Februar hatte fast die Hälfte des Werts vernichtet, ehe Übernahmegerüchte im Juli für eine kräftige Erholung sorgten. Über den vergangenen Monat legte das Papier aufgrund von Übernahmespekulationen um rund 35 Prozent zu. Anleger sollten dennoch Geduld mitbringen. Der Umbau steckt in einem frühen Stadium, und eine vollständige Transformation gelingt nicht über Nacht. Das jüngste Quartal liefert jedoch handfeste Argumente für alle, die auf ein Comeback setzen.
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