Nachdem das Übernahmeangebot eines Konsortiums um den Wettbewerber Stripe offiziell zurückgezogen wurde, steht die PayPal-Aktie am heutigen Dienstag im Fokus neuer Analystenbewertungen. Während das Papier innerhalb der vergangenen sieben Tage einen Kursrückgang von 15 % verzeichnete, gehen die Expertenmeinungen über die Bewertung ohne die entfallene Übernahmeprämie nun deutlich auseinander.
Im Kern der Debatte steht die Frage, ob der Zahlungsdienstleister aus eigener Kraft zu alter Stärke zurückfinden kann oder ob der jüngste Rückzug der Bieter lediglich ein taktisches Manöver für spätere Verhandlungen darstellt.
Divergierende Kursziele nach dem Gebotsende
Die Analysten von RBC Capital äußerten sich am heutigen Dienstag optimistisch und hoben ihr Kursziel für PayPal von 65 auf 70 US-Dollar an. Das Haus bestätigte die Einstufung „Outperform“ und begründete den Schritt mit der Fortschreibung seiner Bewertungsschätzungen bis in das Jahr 2027. Damit signalisiert RBC Vertrauen in die langfristige Strategie des Unternehmens, unabhängig von einer möglichen Konsolidierung in der Branche.
Ein weitaus vorsichtigeres Bild zeichnet hingegen das Analysehaus Truist Financial. Die dortigen Experten senkten ihr Kursziel am heutigen Dienstag von 62 auf 53 US-Dollar und belieben bei ihrer „Hold“-Einstufung. Medienberichten zufolge vermuten die Analysten hinter dem Abbruch der Übernahmegespräche eine Verhandlungstaktik, um den Kaufpreis zu einem späteren Zeitpunkt zu drücken.
Andere Markbeobachter strichen am Montag und Dienstag ebenfalls ihre Kursziele und verwiesen auf die nun wieder im Vordergrund stehenden Ausführungsrisiken beim laufenden Konzernumbau.
Dividende und operative Fortschritte im Fokus
Abseits der Spekulationen über Fusionen und Übernahmen treibt PayPal seine operative Neuausrichtung voran. Am 28. August kündigte das Unternehmen eine Quartalsdividende in Höhe von 0,14 US-Dollar je Aktie an. Diese soll am 25. September an jene Anteilseigner ausgezahlt werden, die zum Stichtag am 4. September im Aktienregister eingetragen sind.
Mit dieser Ausschüttung unterstreicht das Management den Anspruch, trotz des volatilen Marktumfelds kontinuierliche Kapitalrückführungen an die Aktionäre zu leisten.
Parallel dazu baut der Konzern seine Marktstellung durch neue Kooperationen aus. Die Partnerschaft mit der Zahlungsplattform DEUNA wurde kürzlich erweitert, um Unternehmenskunden eine vereinfachte Integration von PayPal Wallet, Venmo und „Pay Later“-Diensten über eine einzige Schnittstelle zu ermöglichen.
Zudem meldete PayPal Fortschritte im Bildungssektor: Durch neue Integrationen mit Plattformen wie Illumia und TouchNet können Studiengebühren an mehreren US-Universitäten, darunter die Michigan State University, nun direkt über PayPal und Venmo beglichen werden.
Marktreaktion und charttechnische Lage
An den Börsen spiegelte sich die Unsicherheit der vergangenen Tage deutlich wider. Mit dem Ende der Übernahmephantasie am vergangenen Sonntag büßte der Wert seinen Aufschlag ein und notiert mit einem aktuellen Kurs von 45,39 € deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 70,78 €.
Die Aktie nähert sich damit wieder Regionen an, die durch fundamentale Kennzahlen gestützt werden. Medienberichten zufolge wird das Papier aktuell mit einem vergleichsweise niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnis gehandelt, was wertorientierte Investoren anziehen könnte.
Trotz der jüngsten Kursturbulenzen zeigt sich im operativen Geschäft eine stabile Tendenz. Wie PayPal vor rund einem Monat im Rahmen der Ergebnisse für das zweite Quartal mitteilte, stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 4,8 % auf 8,68 Milliarden US-Dollar.
Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag mit 1,38 US-Dollar über den Erwartungen des Marktes. Diese Kennzahlen dienen nun als Basis für die Analysten, um die Aktie neu zu bewerten, nachdem der Einfluss externer Kaufangebote vorerst gewichen ist.
PayPal-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue PayPal-Analyse vom 01. September liefert die Antwort:
Die neusten PayPal-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für PayPal-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 01. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
