Nachdem die Gespräche über eine mögliche Milliardenübernahme durch Stripe und ein Konsortium um den Finanzinvestor Advent am Wochenende endgültig eingestellt wurden, rücken nun die fundamentalen Aussichten des Zahlungsdienstleisters in den Mittelpunkt.
Der Rückzug des Gebots über 53 Milliarden US-Dollar hat am Markt eine Neubewertung ausgelöst, da die Aktie damit ihr wichtigstes Kurs-Sicherheitsnetz verloren hat. Am Freitag brach das Papier bereits um 12 Prozent ein und ging bei 46,31 Euro aus dem Handel.
Kurszielsenkungen nach Rückzug von Stripe und Advent
Die Reaktion der Analystenhäuser auf das Ende der Verhandlungen fiel deutlich aus. Mizuho reduzierte das Kursziel für den Titel von 60 auf 51 US-Dollar. Parallel dazu senkte Loop Capital die Einschätzung von 62 auf 50 US-Dollar.
Die Experten reagieren damit auf den Wegfall der Übernahmeprämie, die zuvor in Höhe von 60,50 US-Dollar je Aktie im Raum gestanden hatte. Ohne diesen stützenden Faktor muss sich das Unternehmen nun wieder an seiner eigenständigen Performance messen lassen.
Die Skepsis rührt auch daher, dass die Aktionäre das Angebot Berichten zufolge zuvor abgelehnt hatten, woraufhin die potenziellen Käufer ihr Gebot zurückzogen. Damit lastet die Verantwortung für die künftige Wertsteigerung wieder vollständig auf der internen Strategie. Die Unternehmensführung steht nun unter verstärktem Druck, den angekündigten Turnaround aus eigener Kraft zu realisieren und das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen.
Sparziele und operative Kennzahlen als Fundament
Trotz der jüngsten Kursverluste verweist das Management auf eine solide operative Basis. Der Plan sieht Kosteneinsparungen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar vor, um die Profitabilität zu steigern. Mit rund 440 Millionen aktiven Konten und einem Transaktionsvolumen von etwa 2 Billionen US-Dollar bleibt der Konzern eine feste Größe im globalen Zahlungsverkehr.
Anleger bewerten derzeit, ob das aktuelle Niveau eine Einstiegschance bietet oder ob es sich um eine Wertfalle handelt. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt im niedrigen zweistelligen Bereich bei etwa 12, während die Dividendenrendite mit rund einem Prozent beziffert wird. Im Vergleich zum 52-Wochen-Hoch von 70,78 Euro, das im Oktober vergangenen Jahres erreicht wurde, notiert der Wert inzwischen deutlich abgeschlagen.
Charttechnik signalisiert weitere Abwärtsrisiken
Aus technischer Sicht hat sich das Bild durch den jüngsten Kurssturz eingetrübt. Marktbeobachter sehen bei einem dauerhaften Unterschreiten der psychologisch wichtigen Marke von 50 US-Dollar die Gefahr weiterer Rücksetzer. Sollte diese Unterstützung nicht halten, könnten Notierungen im Bereich von 45 bis 47 US-Dollar angelaufen werden.
Obwohl die fundamentale Bewertung mit dem niedrigen KGV moderat erscheint, fehlen derzeit positive Impulse, die den Kurs kurzfristig stützen könnten. Die Neuausrichtung des Unternehmens und die Erreichung der Sparziele werden somit zu den entscheidenden Faktoren für die kommenden Quartale, um den massiven Abstand zu früheren Höchstständen zu verringern.
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