PayPal steht weiterhin massiv unter Druck und startete mit einem deutlichen Gap in den Handel. Die Auslöser waren die jüngsten Unternehmenszahlen und der plötzliche Wechsel an der Führungsspitze.
Ernüchterung auf ganzer Linie
Auslöser war zunächst der Blick auf das Zahlenwerk. Im vierten Quartal 2025 erzielte PayPal einen Umsatz von 8,68 Milliarden US-Dollar und blieb damit spürbar unter den Markterwartungen von rund 8,8 Milliarden. Auch beim Ergebnis verfehlte der Konzern die Prognosen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 1,23 US-Dollar, während Analysten eher mit 1,28 bis 1,29 US-Dollar gerechnet hatten. Zwar wuchs das gesamte Zahlungsvolumen währungsbereinigt um sechs Prozent auf 475,1 Milliarden US-Dollar, doch dieses Wachstum reichte nicht aus, um die Enttäuschung über die Ertragsseite zu kompensieren.
Entscheidend für den Kurssturz war jedoch weniger das abgelaufene Quartal als vielmehr der Ausblick auf das laufende Jahr. Für 2026 stellt PayPal lediglich eine leicht rückläufige bis bestenfalls minimal steigende Gewinnentwicklung in Aussicht. Der Markt hatte zuvor mit einem Gewinnwachstum von rund acht Prozent gerechnet. Das Management begründete die vorsichtige Prognose mit einem schwächeren Konsumumfeld, zunehmendem Wettbewerbsdruck im hochmargigen Kerngeschäft des „Branded Checkout“ sowie der wachsenden Bedeutung volumenstarker, aber margenschwächerer Zahlungsströme.
Zusätzliche Brisanz erhielt die Situation durch den angekündigten Führungswechsel. Der Verwaltungsrat entschied sich, den bisherigen CEO Alex Chriss abzulösen und mit Enrique Lores, bislang Vorstandschef von HP, einen neuen Mann an die Spitze zu holen. Lores soll sein Amt zum 1. März 2026 antreten und den Umbau beschleunigen. Aus dem Unternehmensumfeld heißt es, dass der Board mit dem Tempo der bisherigen Transformation unzufrieden war. Für den Markt kam diese Personalie in Kombination mit der schwachen Gewinnprognose zur Unzeit. Das verstärkte den Eindruck, dass PayPal vor einem längeren, mühsameren Umbau steht als bislang erhofft.
PayPal-Aktie im Chart-Check
Die PayPal-Aktie hat gestern mit einem Gap von fast minus 20 Prozent den Tag beendet, somit setzen sich der Druck und der Abverkauf fort. Dadurch hat die Aktie nun einige Widerstandszonen im Chart über sich. Die nächste liegt zwischen 50,3 US-Dollar und 58,3 US-Dollar. Die 100-Tage-Linie befindet sich noch über den Hochs bei 63,30 US-Dollar und auch über der Widerstandszone. Auf der Unterseite befindet sich noch eine Unterstützungszone zwischen 37,5 US-Dollar und 39,5 US-Dollar. Damit wäre der Markt auf dem Niveau von Dezember 2016 angekommen. Aktuell befindet sich der Kurs auf demselben Niveau wie im Jahr 2017. Hier die PayPal-Aktie im Tageschart.
Den Link zu Tradingview und dem Chart findest du hier: https://www.tradingview.com/x/hu64zzpA/
An der Unterstützungszone würde sich, rein von der Zone her, eine Kauf-Chance bieten. Ich wäre hier jedoch vorerst vorsichtig, würde erst einmal eine Reaktion an der Zone abwarten und auch erst einmal etwas Stärke sehen wollen. Das Gap könnte dann angelaufen und im weiteren Verlauf auch geschlossen werden.
Für Short-Positionen ist der Markt schon sehr weit gelaufen. Das würde ich an der aktuellen Zone nicht versuchen. Sollte der Markt zurücklaufen und dann erneut an der Gap-Kante drehen oder auch beim Gap-Close eine Abweisung in den Markt kommen, könnte das eine Short-Chance bieten. Sollte der Markt wieder über die Widerstandszone laufen, werden Long-Positionen wieder interessanter.
Ihr Konrad
PayPal-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue PayPal-Analyse vom 04. Februar liefert die Antwort:
Die neusten PayPal-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für PayPal-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 04. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
