PayPals höhere Gewinnprognose reicht nicht aus, um die Zweifel am Kerngeschäft auszuräumen. Barclays stufte die Aktie gestern Medienberichten zufolge von „Equal Weight“ auf „Underweight“ herab.
Das Analysehaus verwies auf nachlassendes Wachstum im zentralen Bezahlgeschäft, Druck auf den markengebundenen Bezahlprozess und geringere Übernahmechancen. Damit rückt die Qualität des Wachstums stärker in den Mittelpunkt als die angehobene Ergebnisprognose.
Analysten bewerten die Fortschritte unterschiedlich
Barclays senkte das Kursziel gestern von 56 $ auf 53 $. Die Abstufung signalisiert, dass die verbesserten Gewinnerwartungen die genannten Risiken aus Sicht des Hauses nicht ausreichend ausgleichen.
Andere Analysten bewerteten die Quartalsmeldung freundlicher, ohne daraus eine Kaufempfehlung abzuleiten. Die Reaktionen zeigen damit keine einheitliche Neubewertung der Aktie nach den Geschäftszahlen.
Clear Street hob das Kursziel am Mittwoch Medienberichten zufolge von 60 $ auf 62 $ an und behielt die Einstufung „Hold“ bei. Anlass waren die veröffentlichten Quartalszahlen und der höhere Ausblick. Eine höhere Zielmarke bedeutete hier also keine optimistischere Empfehlung.
Umsatz und Gewinn entwickeln sich auseinander
PayPal meldete am Dienstag für das dritte Quartal 2026 einen Umsatz von 8,58 Milliarden $, ein Plus von 2 %. Das Unternehmen wächst damit weiter, allerdings mit begrenzter Dynamik.
Die Ergebnisentwicklung fällt je nach Kennzahl unterschiedlich aus. Das ist für die Einordnung wichtig: Der bereinigte Gewinn je Aktie und der Nettogewinn liefern kein einheitliches Bild der Geschäftsentwicklung.
Der nicht nach GAAP berechnete Gewinn je Aktie stieg um 8 % auf 1,45 $. Der Nettogewinn betrug dagegen 1,07 Milliarden $.
Letzterer sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14 %. Der Anstieg des bereinigten Ergebnisses je Aktie ist deshalb nicht mit einem entsprechenden Zuwachs beim Nettogewinn gleichzusetzen.
Das abgewickelte Zahlungsvolumen erhöhte sich um 6 % auf 487,1 Milliarden $. Es wuchs damit stärker als der Umsatz. Diese unterschiedliche Dynamik erklärt, weshalb neben dem Umfang der Zahlungsabwicklung auch deren Umsatzwirkung für Anleger relevant bleibt.
Höherer Ausblick trifft auf zusätzliche Unsicherheit
Beim Ausblick setzte PayPal dennoch ein positives Signal. Für 2026 erwartet das Unternehmen nun einen bereinigten Gewinn je Aktie von ungefähr 5,60 $ statt zuvor ungefähr 5,38 $.
Die Prognose spricht für höhere bereinigte Erträge als bislang erwartet. Sie beantwortet aber nicht unmittelbar die von Barclays aufgeworfenen Fragen zum Wachstum des markengebundenen Bezahlgeschäfts.
Zusätzliche Unsicherheit bringt eine Untersuchung der US-Handelsbehörde FTC. Medienberichten vom Mittwoch zufolge prüft sie PayPals Vermarktung und Handhabung von Gebühren sowie den Käuferschutz bei Finanzprodukten und Dienstleistungen. PayPal teilte mit, im September ein zivilrechtliches Auskunftsverlangen erhalten zu haben und zu kooperieren.
Für Anleger stehen damit zwei Entwicklungen nebeneinander: PayPal erhöht die bereinigte Gewinnprognose, während Zweifel am Kerngeschäft und die behördliche Untersuchung die Bewertung erschweren. Die höhere Ergebnisprognose allein löst diese Fragen nicht.
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