PayPal hat gestern für das dritte Quartal 2026 ein rückläufiges operatives Ergebnis gemeldet – trotz höherer Umsätze und eines gestiegenen Zahlungsvolumens. Der operative Gewinn nach GAAP sank um 8% auf 1,402 Milliarden $. Damit zeigen die Quartalszahlen ein geteiltes Bild: Das Geschäft wächst, beim operativen Ergebnis kommt dieses Wachstum aber nicht an.
Zahlungsvolumen wächst stärker als Umsatz
Der Umsatz erreichte 8,584 Milliarden $ und lag damit 2% über dem Vorjahreswert. Für Anleger ist entscheidend, dass dieses Plus nicht mit einer Verbesserung des operativen Ergebnisses einherging. Umsatzwachstum allein reicht deshalb nicht als Beleg für eine stärkere operative Entwicklung.
Auch die Entwicklung des Zahlungsvolumens gehört zu dieser Einordnung. Sie zeigt, wie sich die abgewickelten Zahlungen entwickeln, darf aber nicht mit dem Umsatz gleichgesetzt werden.
Das gesamte Zahlungsvolumen stieg um 6% auf 487,138 Milliarden $. Es wuchs damit stärker als der Umsatz. Aus dieser unterschiedlichen Dynamik lässt sich allerdings noch keine Ursache für den Rückgang des operativen Gewinns ableiten.
Die zentrale Unterscheidung verläuft somit zwischen Geschäftsvolumen und Ergebnis. PayPal wickelte mehr Zahlungen ab und erzielte höhere Erlöse. Gleichzeitig fiel das operative Ergebnis nach den Rechnungslegungsregeln GAAP niedriger aus.
Bereinigter Gewinn liefert ein anderes Signal
Beim bereinigten Ergebnis je Aktie meldete PayPal dagegen einen Anstieg um 8% auf 1,45 $. Diese Kennzahl entwickelte sich damit anders als der operative GAAP-Gewinn. Beide Größen sollten bei der Bewertung des Quartals getrennt betrachtet werden.
Der Unterschied ist auch für die Einordnung des Ausblicks wichtig. Ein höherer bereinigter Gewinn je Aktie ist nicht gleichbedeutend mit einem höheren operativen Ergebnis nach GAAP.
Gestern hob PayPal die Prognose für den bereinigten Jahresgewinn je Aktie auf ungefähr 5,60 $ an. Zuvor hatte das Unternehmen ungefähr 5,38 $ erwartet. Die Prognose für den GAAP-Gewinn je Aktie bestätigte PayPal hingegen.
Höheres Kursziel ohne bessere Einstufung
Auch die Analystenreaktion fiel zurückhaltender aus, als eine Kurszielanhebung zunächst vermuten lässt. Eine höhere Zielmarke ging nicht mit einer besseren Einstufung einher.
Medienberichten zufolge erhöhte Evercore ISI gestern nach den Quartalszahlen das Kursziel von 40 $ auf 45 $. Das Analysehaus behielt seine marktneutrale Einstufung bei.
Für die Bewertung von PayPal bleibt damit die Qualität des Wachstums zentral. Höhere Umsätze und ein steigender bereinigter Gewinn stehen einem rückläufigen operativen GAAP-Ergebnis gegenüber. Die angehobene Jahresprognose verbessert den bereinigten Ausblick, löst diesen Gegensatz aber nicht auf.
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