PayPal verschärft seine Sparmaßnahmen und baut am heutigen Sonntag Personal in Israel ab. Im Entwicklungszentrum in Tel Aviv, das vorrangig an Systemen für Künstliche Intelligenz (KI) arbeitet, werden 70 der insgesamt 300 dort tätigen Mitarbeiter entlassen. Diese Maßnahme ist in eine globale Strategie eingebettet, die darauf abzielt, die operativen Kosten signifikant zu senken und das Unternehmen effizienter aufzustellen.
Umbau unter massivem Kostendruck
Hinter den Entlassungen steht ein umfassender Restrukturierungsplan unter der Leitung von CEO Enrique Lores. Ziel ist es, Einsparungen in Höhe von insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar zu realisieren. Um dieses Ziel zu erreichen, sieht das Management den Abbau von rund 20 Prozent der weltweiten Belegschaft vor, was mehr als 4.500 Arbeitsplätzen entspricht.
Der Standort Israel ist dabei nur ein Baustein einer Reihe von Kürzungen, die bereits andere Regionen getroffen haben. Die Jerusalem Post berichtet, dass neben dem Zentrum in Tel Aviv auch Standorte in Irland mit 164 Stellen, Indien mit 200 Stellen sowie San Jose mit 251 Stellen von dem Programm betroffen sind.
Die Konzentration auf Effizienz folgt einem Marktumfeld, in dem technologische Innovationen wie KI zwar Chancen bieten, aber auch hohe Investitionen fordern.
Operative Entwicklung und Marktumfeld
An der Börse spiegeln sich die Unsicherheiten und die drastischen Umbaumaßnahmen deutlich wider. Die PayPal-Aktie verzeichnete in den letzten 30 Tagen ein Minus von 5,7 Prozent.
Dennoch notiert das Papier mit einem Schlusskurs von 47,30 Euro am Freitag weiterhin 8,4 Prozent über seinem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt von 43,64 Euro. Diese Marke gilt unter Analysten oft als Indikator für den langfristigen Trend, der trotz der jüngsten Volatilität bislang nicht gebrochen scheint.
Operativ zeigt der Zahlungsdienstleister eine gemischte Dynamik. In den bereits vor über einem Monat veröffentlichten Zahlen zum zweiten Quartal konnte das Unternehmen ein Wachstum des gesamten Zahlungsvolumens um 10 Prozent auf 486 Milliarden US-Dollar ausweisen.
Der Umsatz kletterte im gleichen Zeitraum um 5 Prozent auf 8,6 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig blieb das Nutzerwachstum moderat: Die Zahl der aktiven Kunden stieg um lediglich 0,3 Prozent auf insgesamt 439 Millionen.
Zusätzlich zum Personalabbau setzt das Unternehmen auf Kapitalmaßnahmen, um den Wert für Anleger zu stützen. Im zweiten Quartal wurden Aktien im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar zurückgekauft.
Zudem schüttet der Konzern eine Dividende von 0,14 US-Dollar je Aktie aus. Die strategische Lage bleibt jedoch beobachtungswürdig, nachdem am vergangenen Dienstag Übernahmegespräche durch Stripe und Advent scheiterten.
Das Board hatte ein entsprechendes Angebot abgelehnt, was Marktbeobachter als Zeichen für das Vertrauen in die Eigenständigkeit, aber auch als Risiko werten. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2025 wird auf Basis eines erwarteten Gewinns je Aktie von 5,41 US-Dollar derzeit auf unter 10 geschätzt.
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