Starke Quartalszahlen, ein massiver Stellenabbau und eine Aktie im freien Fall. PayPal liefert im ersten Quartal 2026 ein widersprüchliches Bild. Der Gewinn je Aktie übertraf mit 1,34 Dollar die Analystenschätzung von 1,27 Dollar – und der Umsatz kletterte um 7,2 Prozent auf 8,35 Milliarden Dollar. Die operative Basis stimmt also.
Doch an den Börsen zählt zunehmend der Ausblick. Und der ist von einem tiefgreifenden Umbau geprägt.
Ergebnisse über Erwartungen
PayPals Kerngeschäft läuft solider als gedacht. Neben dem Gewinnsprung konnte der Zahlungsdienstleister den Umsatz im Jahresvergleich deutlich steigern. Das Plus von gut sieben Prozent liegt am oberen Ende der eigenen Prognosen. Hinzu kommt eine bestätigte Quartalsdividende von 0,14 Dollar je Aktie, die im Juni ausgezahlt werden soll.
Die Marktkapitalisierung des Konzerns liegt bei umgerechnet knapp 39 Milliarden Dollar. Gemessen am Kursziel der Analysten – durchschnittlich 55,85 Dollar – erscheint das Papier unterbewertet. Die Konsensbewertung liegt bei „Halten“.
Doch die Aktie selbst notiert schwach. Am Dienstag kostete das Papier in Frankfurt 37,95 Euro – ein Minus von knapp zwei Prozent binnen Wochenfrist. Seit Jahresbeginn verlor der Titel rund 24 Prozent. Gemessen am 52-Wochen-Hoch von 67,50 Euro (Juli 2025) steht sogar ein Abschlag von über 40 Prozent zu Buche.
Massiver Umbau mit Tiefgang
Der Grund für den Kursdruck: PayPal schlankt sich radikal. Das Management kündigte an, die Belegschaft um ein Fünftel zu reduzieren. Die freiwerdenden Mittel – rund 1,5 Milliarden Dollar – fließen vollständig in den Ausbau künstlicher Intelligenz und der technischen Infrastruktur. Ein strategischer Richtungswechsel, der zeigt, wie ernst es dem Konzern mit dem Wettbewerb gegen Konkurrenten wie Block oder Adyen ist.
Parallel dazu bleiben regulatorische Risiken bestehen. Die Bank of England arbeitet an neuen Rahmenwerken für digitale Zahlungen und Stablecoins. Auch PayPal ist im Kryptogeschäft aktiv – über eine Verwahrpartnerschaft mit Paxos Trust Company. Wie sich die Regeln entwickeln, könnte den internationalen Wachstumskurs des Konzerns mitbestimmen.
Institutionelle Investoren reagieren indes uneinheitlich. Während Evergreen Wealth Management im vierten Quartal 2025 eine neue Position aufbaute, stockten Vanguard und Invesco ihre Anteile weiter auf. Das spricht für selektives Vertrauen in die Neuausrichtung, aber auch für eine abwartende Haltung.
Der Umbau ist eingeleitet, das nächste Quartal wird zeigen, ob die operative Stärke hält, was das neue Strategieversprechen andeutet.
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