Partners Group hat ein Kreditmandat über eine Milliarde US-Dollar von einem nicht namentlich genannten asiatischen institutionellen Investor erhalten. Das Mandat umfasst eine diskretionäre Tranche sowie Ko-Investitionskapital für vorrangige und nachrangige Direktkredite, wie am Montag bekannt wurde.
Die Größenordnung ist bemerkenswert, weil der Markt für privates Kreditgeschäft in Asien derzeit insgesamt schwächelt. Über alle Fondsvehikel hinweg wurden in diesem Jahr in der Region bislang lediglich 1,5 Milliarden US-Dollar über neun Vehikel eingesammelt – gegenüber 9,8 Milliarden US-Dollar über 30 Vehikel im Vorjahr. Das neue Mandat von Partners Group macht damit rund zwei Drittel des gesamten diesjährigen Fundraisings für privates Kreditgeschäft in Asien aus.
Der Schweizer Vermögensverwalter verwaltet global mehr als 40 Milliarden US-Dollar im Bereich Private Credit und positioniert sich mit dem Deal als einer der wenigen großen Gewinner in einem insgesamt rückläufigen Marktumfeld.
Konkurrenz sammelt kleinere Summen ein
Parallel zur Nachricht um Partners Group meldeten mehrere andere asiatische Fondsanbieter ebenfalls neue Kapitalzusagen, allerdings in deutlich kleinerem Maßstab.
Kembangan Capital Partners aus Singapur erreichte einen ersten Abschluss über 725 Millionen US-Dollar, verankert durch einen nicht genannten Staatsfonds – 500 Millionen US-Dollar davon fließen in einen Dachfonds, der Rest in Direkt- und Ko-Investitionen mit Fokus auf Künstliche Intelligenz, Gesundheitswesen, Konsumgüter und Finanzdienstleistungen in Asien.
Auch Tasman Capital Partners aus Sydney meldete einen ersten Fondsabschluss, dort allerdings mit gut einer Milliarde australischer Dollar bei einem Zielvolumen von zwei Milliarden.
Diese Gegenüberstellung unterstreicht, wie ungleich das Fundraising derzeit verteilt ist: Während kleinere Anbieter um dreistellige Millionenbeträge ringen, gelingt es Partners Group, ein einzelnes Mandat in Milliardenhöhe zu sichern.
Für Anleger ist das ein Signal, dass institutionelle Investoren bei der Kapitalvergabe zunehmend auf etablierte, große Plattformen mit nachweisbarer Erfolgsbilanz im Direktkreditgeschäft setzen, statt das Kapital breiter zu streuen.
Aktie bleibt unter Druck
Trotz der positiven Geschäftsnachricht bewegt sich die Aktie von Partners Group weiterhin in einem schwierigen Marktumfeld. Das Papier notiert aktuell bei 761,40 Euro und damit rund 39 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 1.240,00 Euro, das Anfang September vergangenen Jahres erreicht wurde.
Der breite Rückgang seit Jahresbeginn von 28 Prozent zeigt, dass operative Erfolge wie das aktuelle Asien-Mandat den Kurs bislang nicht nachhaltig stützen konnten.
Belastend wirkt zudem das allgemeine Marktumfeld: Steigende Ölpreise über 90 US-Dollar je Barrel und Anleiherenditen auf einem 15-Jahres-Hoch drücken am heutigen Dienstag auf die europäischen Börsen insgesamt, der DAX wird schwächer erwartet.
Für Partners Group bleibt damit die Frage entscheidend, ob operative Erfolge im Asiengeschäft mittelfristig ausreichen, um das Vertrauen der Anleger angesichts des breiteren Kursrückgangs zurückzugewinnen. Die für den 1. September angekündigten Halbjahreszahlen dürften zeigen, ob sich das Momentum aus einzelnen Großmandaten auch in den Konzernzahlen niederschlägt.
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