Der Schweizer Private-Markets-Spezialist Partners Group trennt sich von einem seiner bekanntesten Investments. Gemeinsam mit weiteren Großaktionären veräußert das Unternehmen seine Mehrheitsbeteiligung am polnischen Convenience-Einzelhändler Zabka Group an den kanadischen Konzern Alimentation Couche-Tard. Die Transaktion bewertet Zabka mit rund 8,6 Milliarden US-Dollar, der Angebotspreis liegt bei 8,48 US-Dollar je Aktie. Für Partners Group markiert der Verkauf den Ausstieg aus einem der größten Buyout-Erfolge der jüngeren Firmengeschichte.
Der Exit fällt in eine Phase, in der Analysten die Aktie kritisch beäugen. Am selben Tag senkte UBS das Kursziel für Partners Group deutlich auf 705 Franken. Als Begründung nannten die Analysten die anhaltende Unsicherheit bei den Evergreen-Fonds sowie die schwache Dynamik bei den Performance-Erträgen des Unternehmens.
Rekord-Fundraising trifft auf schwache Performance-Erträge
Im Business Update zum ersten Halbjahr 2026 hatte Partners Group Mitte Juli ein Rekord-Fundraising von 16 Milliarden US-Dollar gemeldet, nach 12 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das verwaltete Gesamtvermögen kletterte zum Stichtag 30. Juni auf 186 Milliarden US-Dollar. Zugleich warnte das Unternehmen in seiner Ad-hoc-Mitteilung, dass die Performance-Erträge im ersten Halbjahr wegen verzögerter Exits bei unter 20 Prozent des Gesamtumsatzes liegen dürften – deutlich unter dem angepeilten Zielkorridor von 25 bis 40 Prozent. Für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen dennoch seine Guidance einer Bruttonachfrage neuer Kundengelder zwischen 26 und 32 Milliarden US-Dollar.
Parallel dazu treibt Partners Group sein Infrastrukturgeschäft voran. Ende Juli schloss das Unternehmen das Programm „Infrastructure Secondaries“ mit Kapitalzusagen von über 5,5 Milliarden US-Dollar ab, mehr als 70 Prozent davon von Neukunden. Bereits eine Woche zuvor war das vierte direkte Infrastrukturprogramm „Direct Infrastructure IV“ bei einem Volumen von über 15 Milliarden US-Dollar geschlossen worden. Zudem investierte Partners Group Anfang Juli im Kundenauftrag 260 Millionen Pfund in eine britische Leasingplattform für Schienenfahrzeuge und erwarb Ende Juni eine Beteiligung am globalen kommerziellen Luftfahrt-Leasingportfolio der Avenue Capital Group.
Rücknahmedruck bei Evergreen-Fonds
Weniger komfortabel entwickelt sich die Lage bei den offenen Fondsstrukturen. Anfang Juni begrenzte Partners Group die Rücknahmen aus dem 8,6 Milliarden US-Dollar schweren Evergreen-Fonds „Global Value SICAV“ auf 5 Prozent des Nettoinventarwerts, nachdem die Rücknahmeanträge für das zweite Quartal auf geschätzte 9,8 Prozent gestiegen waren. Genau dieser Punkt bildet neben den schwachen Performance-Erträgen den Kern der jüngsten Analystenskepsis – Anleger, die auf schnelle Liquidität aus diesen Vehikeln setzen, müssen sich derzeit gedulden.
Auf der Hauptversammlung Ende Mai hatten die Aktionäre noch eine Dividende von 46,00 Franken je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 genehmigt und Steffen Meister als Präsidenten des Verwaltungsrats wiedergewählt. Die Ausschüttung datiert damit aus einer Zeit vor der aktuellen Debatte um Rücknahmebeschränkungen und schwache Erfolgsprämien.
Aktie nahe am Jahrestief
An der Börse spiegelt sich die angespannte Stimmung deutlich wider. Der Titel schloss am Freitag bei 724,80 Euro und liegt seit Jahresbeginn 31,69 Prozent im Minus. Vom 52-Wochen-Hoch aus dem August 2025 trennen die Aktie mittlerweile 40,27 Prozent – ein Abschlag, der die massive Neubewertung des Titels binnen eines Jahres unterstreicht. Zum 52-Wochen-Tief ist der Abstand mit gut 5 Prozent deutlich geringer, die Aktie notiert also näher an ihrem Jahrestief als an ihrem Hoch.
Der Zabka-Exit liefert Partners Group nun einen konkreten Erfolgsnachweis aus dem Beteiligungsgeschäft, während das Unternehmen gleichzeitig mit strukturellen Fragen bei seinen offenen Fondsprodukten ringt. Wie sich beides in den Zahlen niederschlägt, dürfte der vollständige Zwischenbericht zeigen, den Partners Group für den 1. September angekündigt hat.
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