Exit-Gespräche über finnische Beteiligung
Laut Bloomberg prüft Partners Group gemeinsam mit der Bank of America den Verkauf des finnischen Unternehmens Parmaco Oy. Die Gespräche über das auf modulare Gebäude spezialisierte Portfoliounternehmen befinden sich noch in einer frühen Phase. Eine mögliche Transaktion könnte Parmaco mit rund 1,5 Milliarden Euro bewerten, wobei ein Vollzug erst für das Jahr 2027 avisiert wird.
Der Vorstoß fällt in eine Marktphase, in der Veräußerungen für Vermögensverwalter mit Hürden verbunden sind. Am Montag senkte UBS-Analyst Mate Nemes das Kursziel für Partners Group von CHF 705 auf CHF 670. Der Analyst begründete diesen Schritt mit verzögerten Verkäufen aus dem Portfolio, vorsichtigeren Renditeannahmen sowie gestiegenen Kosten für die Währungsabsicherung.
Das veränderte Zinsumfeld zwingt viele Private-Equity-Häuser dazu, Ausstiege sorgfältiger vorzubereiten. Entsprechend gewinnen strategische Vorbereitungen für spätere Jahre zunehmend an Gewicht.
Genehmigungen und strategischer Ausbau
Neben den Verkaufsüberlegungen treibt Partners Group auch Akquisitionen und Beteiligungsstrukturen voran. Gestern genehmigte die Europäische Kommission dem Unternehmen den Erwerb der Kontrolle über AVK Power Solutions Limited. Die Behörde stellte dabei fest, dass für den Zusammenschluss keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken bestehen.
Zudem setzte das Management im Vormonat mehrere operative Akzente. Am 10. September eröffnete Partners Group ein Büro in Stockholm, um die langfristigen Aktivitäten in Nordeuropa zu vertiefen. Am 15. September vereinbarte das Haus eine Partnerschaft mit der Sporttalentagentur SEG und kündigte an, das eingesetzte Eigenkapital zur weltweiten Expansion mehr als zu verdoppeln.
Am selben Tag stellte der Asset Manager ein Finanzierungspaket von über 300 Millionen Euro für MDT technologies bereit. Zudem blickt der Markt auf den 7. Oktober, an dem die in London notierte Partners Group Private Equity Limited eine außerordentliche Hauptversammlung abhält.
Druck auf den Aktienkurs
Die Zurückhaltung bei Portfoliorealisierungen belastet die Stimmung der Anleger bereits seit Monaten. Seit Jahresanfang steht bei der Aktie ein Kursverlust von 40 Prozent zu Buche. Gestern schloss der Titel mit einem leichten Anstieg von 0,9 Prozent bei 634,80 Euro. Für eine nachhaltige Trendwende dürften konkrete Fortschritte bei großen Desinvestitionen wie Parmaco eine wesentliche Rolle spielen.
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