Partners Group hat für das erste Halbjahr 2026 nach eigenen Angaben Kapitalzusagen von 16 Milliarden US-Dollar eingesammelt – ein Rekordwert und deutlich mehr als die 12 Milliarden US-Dollar aus dem Vorjahreszeitraum. Das verwaltete Vermögen wuchs auf 186 Milliarden US-Dollar. Die gute Nachricht wird jedoch von einem Schatten begleitet: Aus den Evergreen-Strategien des Unternehmens flossen im gleichen Zeitraum netto 3,8 Milliarden US-Dollar ab. Partners Group warnte zudem, dass Rücknahmen aus diesen Strukturen das Wachstum in den kommenden 18 Monaten bremsen dürften.
Zufluss-Rekord trifft auf Evergreen-Sorgen
Die Kombination aus Rekordzusagen und Mittelabflüssen sorgt an den Märkten für gemischte Stimmung. Während das institutionelle Neugeschäft floriert, geraten die halboffenen Evergreen-Fonds, über die Privatanleger Zugang zu Private-Markets-Anlagen erhalten, unter Druck. Parallel dazu meldete Partners Group den finalen Abschluss seines vierten direkten Infrastrukturprogramms bei über 15 Milliarden US-Dollar – ein Volumenssprung von mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorgängerfonds. Das Unternehmen setzte im Sommer zudem einzelne Transaktionen um: Für 260 Millionen britische Pfund investierte Partners Group in eine britische Leasingplattform für Schienenfahrzeuge, dazu kam eine Beteiligung am globalen kommerziellen Luftfahrt-Leasingportfolio der Avenue Capital Group sowie der Start der „B Residences“-Strategie für ein Breitling-gebrandetes Luxus-Wohnprojekt in Miami.
Rechtliche Schritte gegen Shortseller
Für zusätzliche Unruhe sorgte laut einem Bericht der NZZ die Ankündigung von Partners Group, rechtlich gegen den Shortseller Grizzly Research vorzugehen. Grizzly Research hatte zuvor Vorwürfe zur Bewertung von Vermögenswerten in den Evergreen-Fonds erhoben. Das Unternehmen weist die Vorwürfe damit über den Rechtsweg zurück – ein Vorgang, der die ohnehin angespannte Debatte um die Bewertungspraxis in den halboffenen Strukturen weiter befeuert.
Analysten reagierten mit Kurszielsenkungen
Reuters berichtete am 12. Juli 2026, dass UBS die Aktie von „Buy“ auf „Neutral“ herabstufte und das Kursziel von 1.175 auf 705 Schweizer Franken senkte. Als Begründung nannten die Analysten Margendruck sowie Liquiditätsrisiken bei den Evergreen-Strukturen. Am selben Tag reduzierte laut Bloomberg auch Barclays sein Kursziel, von 1.200 auf 940 Schweizer Franken.
Am Kapitalmarkt zeigt sich der Kursverlauf entsprechend angeschlagen. Die Aktie schloss zuletzt bei 723,00 Euro und liegt seit Jahresbeginn 31,86 Prozent im Minus. Zugleich notiert der Titel nur noch 5,27 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 686,80 Euro, das erst Ende Juni erreicht wurde – ein Hinweis darauf, dass sich der Ausverkauf zuletzt stabilisiert, ohne dass eine klare Trendwende erkennbar wäre.
Ausblick
Trotz der Belastungen zeigte sich Partners Group in seinem Mitte Juli veröffentlichten „2026 Mid-Year Outlook“ zuversichtlich für die zweite Jahreshälfte: Das Unternehmen rechnet mit einer Erholung der Private-Markets-Aktivität und verweist auf die Wahrscheinlichkeit eines „Produktivitätsbooms“ durch die Verbreitung von Künstlicher Intelligenz. Zusätzlich vergab S&P Global Ratings vorläufige Ratings für Floating-Rate-Schuldtitel des von der US-Tochtergesellschaft verwalteten „Partners Group Private Credit CLO 1“ – ein Zeichen, dass die Kreditmärkte dem Konzern trotz der Turbulenzen weiterhin Zugang zu Fremdkapital gewähren. Anleger richten den Blick nun auf den 1. September 2026, wenn Partners Group den vollständigen Zwischenbericht mit den detaillierten Finanzergebnissen für das erste Halbjahr vorlegen will.
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