Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Partners Group baut ihr Angebot an Privatkrediten aus. Der Vermögensverwalter hat dafür eine globale Multi-Sektor-Private-Credit-Strategie aufgelegt.
Das Produkt richtet sich als offener Evergreen-Fonds an institutionelle Kunden sowie wohlhabende Privatanleger. Partners Group reagiert damit auf eine spürbar gestiegene Nachfrage nach festverzinslichen Alternativen, insbesondere im asiatisch-pazifischen Raum.
Das Management peilt bei dem neuen Vehikel Renditen im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich an. Die Erträge sollen dabei überwiegend aus laufenden Zinszahlungen stammen. Geplant sind breit gestreute Engagements in Direct Lending, Zweitmarkttransaktionen für Kredite, Fondsfinanzierungen, Lizenzgebühren sowie opportunistische und liquide Kreditformen. Regional liegt der Fokus auf Europa, Nordamerika und Asien-Pazifik.
Flexible Ausrichtung im Kreditmarkt
Die Strategie setzt auf natürliche Ausgleichseffekte innerhalb der verschiedenen Marktsegmente. Sollten Neuabschlüsse im Bereich Direct Lending infolge einer verhalteneren Übernahmeaktivität zurückgehen, eröffnen sich nach Einschätzung des Hauses mehr Möglichkeiten bei Zweitmarkttransaktionen oder NAV-Finanzierungen.
In solchen Marktphasen suchen Fondsinvestoren und Fondsmanager häufiger nach alternativer Liquidität. Partners Group verwaltet auf seiner weltweiten Private-Credit-Plattform bereits ein Volumen von 40 Milliarden US-Dollar.
Das Kreditgeschäft gewinnt für das Haus zunehmend an strategischer Bedeutung. Parallel zur Fondsauflage fungierte Partners Groups Kreditplattform als Senior-Kreditgeber bei der Refinanzierung des Dentalunternehmens DELABO.group, strukturiert als Unitranche- und Super-Senior-Fazilität.
Führungswechsel und Vertrauensarbeit
Die Produktoffensive fällt in eine anspruchsvolle Phase für den Schweizer Asset Manager, der insgesamt 186 Milliarden US-Dollar betreut. Anfang 2027 steht an der Unternehmensspitze ein Wechsel an: Roberto Cagnati und Juri Jenkner sollen als Co-CEOs antreten, während David Layton die Funktion des Chief Investment Officer übernimmt.
Operativ zeigte sich das Geschäft im ersten Halbjahr 2026 solide: Die Ebitda-Marge erreichte 63 Prozent, und das Management Income legte währungsbereinigt um 12 Prozent zu, während die erfolgsabhängigen Performancegebühren spürbar nachgaben.
Dennoch belasteten die Turbulenzen des laufenden Jahres das Vertrauen der Anleger. Nach einem Short-Seller-Angriff im Februar und Unsicherheiten im Private-Credit-Umfeld verlor der Titel deutlich an Boden. Die Aktie notiert aktuell bei 643,40 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich das Kursminus auf 39 Prozent, womit das Papier nur noch 3,3 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief verharrt.
Um Vertrauen zurückzugewinnen, nahm Mitgründer Fredy Gantner wieder persönlich Termine bei Großanlegern wahr. In New York, London und Zürich absolvierte er rund 40 Gespräche.
Ob der Ausbau der Kreditstrategie ausreicht, um die Bewertung dauerhaft zu stabilisieren, hängt nun vor allem vom Neugeschäft im zweiten Halbjahr ab.
Partners Group AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Partners Group AG-Analyse vom 12. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Partners Group AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Partners Group AG-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Partners Group AG: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
