Partners Group erwägt eine größere Portfolioumschichtung im Segment der Privatkredite. Der Schweizer Vermögensverwalter prüft die Übertragung von Private-Credit-Darlehen im Umfang von rund 800 Millionen Euro in ein sogenanntes Continuation Vehicle. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg sollen Kredite aus mehreren älteren Fonds in die neue Struktur überführt werden, um institutionellen Kunden Flexibilität bei der Haltedauer zu verschaffen.
Strukturierte Liquiditätsoption für Fondsanleger
Von der geplanten Transaktion sind nach entsprechenden Berichten Darlehen aus den Fonds Private Markets Credit Strategies der Auflagejahre 2018 und 2020 betroffen. Zudem sollen Positionen aus dem fünften, sechsten und siebten Fonds der Multi-Asset-Credit-Strategie in die neue Struktur wandern. Das Transaktionsvolumen entspricht umgerechnet rund 917 Millionen US-Dollar.
Investoren in den betroffenen Fonds sollen im Zuge des Vorhabens die Wahl erhalten: Sie können ihre Engagements in das neue Fortführungsvehikel übertragen oder sich ihre Anteile vorzeitig auszahlen lassen. Für das Schweizer Institut, das ein Gesamtvermögen von 186 Milliarden US-Dollar verwaltet, bewegt sich der Schritt in einem klar abgegrenzten Rahmen.
Das Private-Credit-Buch von Partners Group wies zum Stichtag 30. Juni 2026 ein Volumen von 40,5 Milliarden US-Dollar auf. Die anvisierte Transaktion umfasst somit rund zwei Prozent dieses Kreditbestands.
Zweitmarkt für Direktkredite verzeichnet Dynamik
Mit der Erwägung eines solchen Vehikels greift Partners Group einen wachsenden Branchentrend auf. Weil klassische Ausstiege über Börsengänge oder Verkäufe an strategische Erwerber in den vergangenen Quartalen oft stockten, suchen Verwalter alternativer Anlagen zunehmend nach Wegen, um Kapital an ihre Kunden zurückzuführen, ohne werthaltige Kredite überhastet abstoßen zu müssen.
Das weltweite Volumen im Markt für Credit-Secondaries lag im ersten Halbjahr 2026 bei über 20 Milliarden US-Dollar. Damit fiel der Wert mehr als doppelt so hoch aus wie im ersten Halbjahr 2025. Partners Group baut das Segment parallel dazu auch über Neugeschäft weiter aus. Im August 2026 sicherte sich das Unternehmen etwa ein Evergreen-Mandat in Asien mit einem Volumen von einer Milliarde US-Dollar.
Aktie verharrt nahe dem Jahrestief
An der Börse sorgten die Berichte über das geplante Kreditvehikel vor dem Wochenende kaum für Entlastung. Am Freitag schloss die Aktie bei 648,60 Euro. Damit trennen das Papier lediglich 0,4 Prozent von seinem 52-Wochen-Tief.
Seit Jahresanfang summiert sich der Kursrückgang auf 39 Prozent, womit der Titel zu den schwächeren Werten im europäischen Finanzsektor zählt. Ob die geplante Fondsstruktur das Vertrauen in die Ertragskraft der privaten Kreditstrategien stärken kann, müssen die kommenden Monate zeigen.
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