Ein Kursverlust von rund einem Drittel seit Jahresbeginn, Auszahlungsstopps bei Kundenfonds und Leerverkäufer im Nacken. Und mittendrin kauft das eigene Management für über 45 Millionen Franken zu. Bei Partners Group prallen Vertrauenskrise und Vertrauensbeweis gerade frontal aufeinander.
Millionenschwere Käufe als Gegensignal
In den vergangenen 90 Tagen haben Führungskräfte und Insider der Partners Group Aktien im Wert von mehr als 45 Millionen Schweizer Franken aus privaten Mitteln gekauft. Der Markt wertet das als gezielten Versuch, dem Vertrauensverlust der letzten Wochen entgegenzuwirken.
Der Grund für die Nervosität: Bei den Rücknahmeanträgen für das Flaggschiff-Produkt „Global Value SICAV“ stieg der Anteil im zweiten Quartal auf 9,8 Prozent des Nettoinventarwerts. Das löste die vertragliche Auszahlungsgrenze von 5 Prozent pro Quartal aus. Diese sogenannten „Gating“-Maßnahmen trafen auf ohnehin schon angespannte Nerven, nachdem Berichte über Leerverkäufer-Attacken die Runde gemacht hatten.
Die Aktie notiert am Montag bei 730,80 Euro und legt damit leicht zu. Verglichen mit dem 52-Wochen-Hoch von 1.213,50 Euro bedeutet das aber immer noch einen Abschlag von fast 40 Prozent. Genau diese Lücke zwischen operativem Geschäft und Kursniveau dürfte die Insiderkäufe motiviert haben – das Management scheint die aktuelle Bewertung als deutliche Unterbewertung einzustufen.
Operatives Geschäft läuft unbeeindruckt weiter
Während die Evergreen-Fonds für Privatkunden unter Druck stehen, meldet Partners Group aus dem institutionellen Geschäft Erfolge. Am Freitag gab der Konzern den finalen Abschluss seines „Infrastructure Secondaries“-Programms bekannt. Mit einem Volumen von über 5,5 Milliarden US-Dollar übertraf das Programm sein ursprüngliches Ziel von 750 Millionen US-Dollar um ein Vielfaches.
Bemerkenswert ist die Kundenstruktur: Mehr als 70 Prozent des Kapitals kommen von Neukunden. Das Programm bietet Liquiditätslösungen für bestehende Infrastruktur-Portfolios an. Ein Geschäftsmodell, das im aktuellen Marktumfeld auf hohe Nachfrage trifft – klassische Private-Equity-Exits stocken derzeit branchenweit. Investiert ist das Programm bereits zu über 25 Prozent, verteilt auf 20 Einzelinvestments.
Auch beim breiteren Fundraising zeigt sich Partners Group robust. Im ersten Halbjahr 2026 sammelte der Schweizer Asset Manager 16 Milliarden US-Dollar an neuen Kapitalzusagen ein. Das verwaltete Gesamtvermögen kletterte damit zum 30. Juni 2026 auf 186 Milliarden US-Dollar.
Rissige Fassade bei den Privatkundenprodukten
Die Diskrepanz ist offensichtlich: Institutionelle Investoren strömen weiter zu, während Privatkunden ihr Geld aus den Evergreen-Fonds abziehen wollen – und wegen der Gating-Regeln teilweise nicht können. Für das Gesamtjahr 2026 hält das Management dennoch an seiner Prognose fest: Brutto-Neugelder zwischen 26 und 32 Milliarden US-Dollar sollen es werden.
Charttechnisch bewegt sich die Aktie mit einem RSI von 44,5 in neutralem Terrain. Ende Juni hatte sie sich von ihrem 52-Wochen-Tief bei 686,80 Euro gelöst, seither pendelt sie in einer engen Range knapp darüber. Am 1. September 2026 legt Partners Group die detaillierten Halbjahresergebnisse vor – dann zeigt sich, ob die Insiderkäufe die richtige Wette waren oder ob die Evergreen-Probleme tiefer sitzen als bislang bekannt.
Partners Group AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Partners Group AG-Analyse vom 27. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Partners Group AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Partners Group AG-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Partners Group AG: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
