Die Partners Group durchläuft eine Phase tiefergehender struktureller Anpassungen in mehreren Geschäftsbereichen. Angesichts veränderter Rahmenbedingungen an den weltweiten Privatmärkten reagiert der Vermögensverwalter mit einer Reihe operativer Maßnahmen: Dazu zählen eine aktivere Steuerung von Gläubigerstrukturen bei Beteiligungsunternehmen, die Einführung neuer Fondskonzepte im Kreditbereich sowie personelle Verschiebungen innerhalb des traditionellen Private-Equity-Geschäfts.
Restriktive Klauseln bei milliardenschweren Refinanzierungen
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Aktivitäten liegt im Bereich des Schuldenmanagements von Portfoliogesellschaften. Wie Bloomberg berichtete, schließt Partners Group bei Refinanzierungen von Verbindlichkeiten im Gesamtvolumen von rund 6 Milliarden Euro Hedgefonds gezielt vom Erwerb bestimmter Kredite aus. Die entsprechenden Beschränkungen wurden über spezielle Kreditvertragsklauseln verankert.
Von diesen Klauseln betroffen sind Kredite der Portfoliounternehmen Emeria SASU, Ammega Group BV sowie der Breitling AG. Mit solchen vertraglichen Vorkehrungen greift der Vermögensverwalter aktiv in die Zusammensetzung der Gläubiger ein, um zu verhindern, dass bestimmte Marktakteure bei Refinanzierungsrunden unkontrollierten Einfluss auf die Verbindlichkeiten der Unternehmen nehmen.
Strategische Initiativen im Kredit- und Fondsbereich
Parallel zu den Maßnahmen bei bestehenden Beteiligungen passt Partners Group ihre Produktpalette an die veränderte Nachfrage an. Vor rund zwei Wochen lancierte die Gesellschaft eine globale Multi-Sektor-Private-Credit-Income-Strategie. Dieses Angebot wurde über ein offenes Evergreen-Vehikel strukturiert und zielt sowohl auf institutionelle Investoren als auch auf Anleger aus dem Segment Private Wealth ab.
Veränderungen zeichnen sich zudem bei bestehenden Großstrukturen ab. Für den Global-Value-SICAV mit einem Gesamtvolumen von 6,6 Milliarden Euro legte das Unternehmen Medienberichten zufolge ein Konzept zur Neuausrichtung vor.
Vorgesehen ist eine Aufteilung des Fonds in zwei eigenständige Teilportfolios: Ältere Anlagen sollen dabei in ein separates Portfolio überführt werden, während neuere Engagements in einem weiteren Portfolio gebündelt bleiben.
Personeller Umbau und anhaltender Kursdruck
Neben den Anpassungen auf Produktebene kommt es auch intern zu personellen Veränderungen. Laut einem Bericht von Bloomberg wurden in der Sparte für Private Equity Dutzende Stellen gestrichen oder in andere Unternehmensbereiche verlagert. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte dazu, dass die Abgänge das Ergebnis einer regulären Leistungsüberprüfung gewesen seien.
An den Finanzmärkten wird die Situation weiterhin von spürbarer Zurückhaltung begleitet. Die Aktie von Partners Group notiert bei 652,80 Euro und verzeichnete heute ein leichtes Minus von 0,4 Prozent. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursrückgang des Titels auf 38 Prozent.
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