Partners Group kommt seit ihrem Tief im Juni aus einer tiefen Talsohle heraus. In den vergangenen 30 Tagen legte die Aktie um 9,4 Prozent zu, auf Wochensicht steht ein Plus von 4,4 Prozent. Vom Rekordhoch bei 1.240,00 Euro Anfang September vergangenen Jahres trennen das Papier aber weiterhin 36 Prozent – ein Beleg dafür, wie tief der Kursverfall der vergangenen zwölf Monate war.
Die Erholung fällt in eine Phase, in der das Unternehmen operativ Handlungsfähigkeit demonstriert. Vor gut zwei Wochen, am 17. August, gab Partners Group den Abschluss eines Private-Credit-Mandats über eine Milliarde US-Dollar in Asien bekannt. Das Mandat soll flexibles, langfristiges Engagement in der Region unterstützen.
Für eine Vermögensverwalterin, deren Geschäftsmodell auf der Einwerbung und Platzierung großer Kapitalpools beruht, ist ein Mandat dieser Größenordnung ein Signal an institutionelle Investoren, dass das Neugeschäft trotz der Turbulenzen der vergangenen Monate weiterläuft.
Die Evergreen-Krise wirkt nach
Der eigentliche Belastungsfaktor für die Aktie liegt weiter zurück, prägt das Sentiment aber bis heute. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete Partners Group Rücknahmen aus ihren Evergreen-Fonds von 3,8 Milliarden US-Dollar, wie das Unternehmen am 15. Juli mitteilte.
Fast 80 Prozent davon entfielen auf drei reifere Fondsvehikel. Diese Rücknahmewelle hatte bereits im Juni zu Gating-Maßnahmen geführt, also zur zeitweisen Beschränkung von Auszahlungen an Anleger.
Bloomberg zählte Partners Group Mitte August zum schlechtesten Performer im MSCI Europe Financials Index für das laufende Jahr – ein Ausdruck der anhaltenden Sorge, dass die Rücknahmewelle aus den Evergreen-Fonds noch nicht ausgestanden ist.
Diese Einordnung erklärt, warum die Aktie trotz der jüngsten Kurserholung noch immer 25 Prozent unter ihrem Stand zu Jahresbeginn notiert und mit einem Abstand von 13 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 922,47 Euro liegt – ein Zeichen dafür, dass der langfristige Trend weiterhin nach unten zeigt, auch wenn sich die kurzfristige Dynamik gedreht hat.
Analysten bleiben skeptisch
Anfang Juli hatte UBS die Aktie von Buy auf Neutral herabgestuft und das Kursziel von 1.175 auf 705 Schweizer Franken gesenkt. Als Begründung nannte das Analysehaus ein negatives EPS-Momentum und die Erwartung, dass weitere Gating-Maßnahmen folgen könnten.
Diese Einschätzung liegt inzwischen fast zwei Monate zurück und spiegelt damit nicht mehr zwangsläufig den aktuellen Stand wider, zeigt aber, wie sehr die Rücknahmeproblematik die Bewertung der Aktie im Sommer geprägt hat.
Blick nach vorn
Die entscheidende Wegmarke steht unmittelbar bevor: Am 1. September legt Partners Group ihre Halbjahresergebnisse vor. Anleger werden dabei genau beobachten, ob sich der Rücknahmetrend aus den Evergreen-Fonds fortsetzt oder abschwächt, und ob das neue Asien-Mandat als Vorbote für weiteres Neugeschäft taugt.
Der RSI von 62,6 signalisiert, dass die jüngste Erholung noch nicht in überkaufte Territorien vorgestoßen ist – Spielraum für eine Fortsetzung besteht, sofern die Zahlen am Dienstag positiv überraschen.
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