Partners Group Aktie: Grizzly verklagt wegen Evergreen-Vorwürfe

Partners Group kämpft mit Kursverlusten und einer Shortseller-Klage. Analysten bleiben trotz gesenkter Kursziele mehrheitlich optimistisch.

Auf einen Blick:
  • Mehrjahrestief der Aktie
  • Klage gegen Grizzly Research
  • Neue Total Return Strategy
  • Halbjahreszahlen am 15. Juli

Partners Group steckt in der schwersten Kurskorrektur seit der Pandemie. Analysten halten dennoch mehrheitlich an der Aktie fest — und das Unternehmen schlägt gleichzeitig auf mehreren Fronten zurück.

Analysten halten durch, Kursziele fallen

Sechs von 13 Analysten empfehlen den Kauf, sieben raten zum Halten. Kein einziger spricht eine Verkaufsempfehlung aus. Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel liegt bei 966 Schweizer Franken — weit über dem aktuellen Kursniveau.

Allerdings kürzen mehrere Häuser ihre Ziele spürbar. Octavian senkte auf 1.175 Franken, behielt aber die Kaufempfehlung. Bank of America ging auf 850 Franken herunter, Jefferies auf 760 Franken — beide mit Halten. EPS-Schätzungen für 2026 und 2027 fielen je nach Haus um 10 bis 22 Prozent. Begründung: schwächeres Wachstum bei den verwalteten Vermögen und rückläufige Erfolgsgebühren.

Grizzly Research und die Evergreen-Krise

Der eigentliche Auslöser der Krise sitzt in den USA. Short-Seller Grizzly Research hält seine Wette auf fallende Kurse aufrecht und behauptet seit April, bis zu 40 Prozent der Evergreen-Fonds-Investitionen könnten erheblich falsch bewertet sein. Partners Group hat angekündigt, Grizzly zu verklagen — nachdem der Report das Unternehmen mit Wirecard verglichen hatte.

Im Kern der Vorwürfe steht der Global Value SICAV-Fonds mit einem Volumen von 8,6 Milliarden US-Dollar. Im zweiten Quartal stellten Investoren Rücknahmeanträge über rund 9,8 Prozent des Nettoinventarwerts. Partners Group begrenzte die Auszahlungen daraufhin auf 5 Prozent des NAV pro Quartal.

Das Unternehmen räumt ein, dass die Evergreen-Plattform das Netto-AuM-Wachstum im zweiten Halbjahr 2026 um ein bis zwei Prozentpunkte bremsen könnte. Für 2027 erwartet das Management einen ähnlichen Effekt.

Strukturreform und neue Strategie

Partners Group reagiert mit zwei konkreten Schritten. Erstens plant das Unternehmen eine Aufspaltung des Londoner Börsenvehikels PGPE in Beteiligungsaktien und Realisierungsaktien. Letztere sollen auf 30 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals begrenzt werden — bei vollständiger Ausübung rund 250 Millionen Euro. Die Aktionäre müssen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung zustimmen. Bei Zustimmung tritt die neue Struktur im vierten Quartal 2026 in Kraft.

Zweitens lancierte Partners Group am 21. Mai die „Total Return Strategy“. Die Strategie setzt auf geringeren Fremdkapitaleinsatz, Haltedauern von bis zu zwölf Jahren und regelmäßige Ausschüttungen. Investiert wird in Industrie, Logistik, Gesundheit und Konsumgüter. Als Anreiz für Investoren stellt das Unternehmen eine Anfangsdividende von fünf bis acht Prozent in Aussicht.

Der Test kommt am 15. Juli

Das Management hält an seinen Jahreszielen fest: Brutto-Neugeldzuflüsse von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar für 2026, verwaltete Vermögen von 450 Milliarden bis 2033. Ende 2025 lagen die AuM bei knapp 185 Milliarden US-Dollar.

Am 15. Juli legt Partners Group die Halbjahreszahlen vor. Rutschen die verwalteten Vermögen unter die 185-Milliarden-Marke, steigt der Druck auf das Management erheblich. Das Datum wird zur ersten echten Bestandsaufnahme — für Analysten, Investoren und den Short-Seller aus den USA gleichermaßen.

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