Der Kurs liegt nahe dem Jahrestief, die Shortseller sind aktiv — und jetzt meldet sich die Führungsebene laut zu Wort. Mitgründer Fredy Gantner bezeichnete den jüngsten Einbruch der Partners-Group-Aktie als massive Überreaktion und griff Grizzly Research direkt an.
Gantner geht in die Offensive
In einem Interview mit der „SonntagsZeitung“ räumte Gantner ein, das Unternehmen müsse „besser und proaktiver kommunizieren“. Die Vorwürfe von Grizzly Research wies er zurück. Partners Group habe die Anschuldigungen widerlegt und rechtliche Schritte eingeleitet.
Bloomberg zufolge sprach Gantner außerdem von unbegründeten Attacken. Er ordnete die Lage als Branchenproblem ein und verwies auf geopolitische Unsicherheit als zusätzlichen Belastungsfaktor.
Die Botschaft ist klar: Das Management will nicht länger reaktiv wirken. Ob der Markt das honoriert, ist eine andere Frage.
Evergreen-Rücknahmen bleiben das eigentliche Problem
Auslöser des Kursrutsches war eine Ad-hoc-Mitteilung vom 4. Juni 2026. Darin gab Partners Group bekannt, dass beim Global Value SICAV Rücknahmeanträge von rund 9,8% des Nettoinventarwerts eingegangen seien. Bei einem Delaware-domizilierten Vehikel schätzte das Unternehmen Rückkaufanträge von rund 6%.
Partners Group greift deshalb auf vertraglich vereinbarte Liquiditätsgrenzen zurück. Beim Global Value SICAV gilt eine quartalsweise Obergrenze von 5%. Das bedeutet: Anleger erhalten nicht den vollen beantragten Betrag zurück.
Trotzdem bestätigte das Unternehmen die Zuflussprognose von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar für 2026. Allerdings rechnet Partners Group damit, dass die Evergreen-Plattform das Netto-AuM-Wachstum in der zweiten Jahreshälfte 2026 um 1 bis 2 Prozentpunkte bremst. Denselben Effekt erwartet das Unternehmen für das Gesamtjahr 2027.
Kurs signalisiert fehlendes Vertrauen
Die Aktie notiert aktuell bei 767 Euro — ein Minus von rund 2% am heutigen Montag. Auf Jahressicht beträgt der Verlust fast 30%. Zum 52-Wochen-Hoch von 1.213,50 Euro fehlen mehr als 36%.
Der RSI liegt bei 26,2 und zeigt eine technisch stark überdehnte Verkaufsbewegung an. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt über 26%. Gantners Worte haben den Abwärtstrend bisher nicht gestoppt.
Nächster Termin: 15. Juli
Am 15. Juli 2026 veröffentlicht Partners Group die verwalteten Vermögen per 30. Juni. Das wird der erste belastbare Datenpunkt nach der Krise. Am 1. September folgen die Halbjahreszahlen.
Für den Kapitalmarkt zählt dann weniger die Verteidigung des Managements als die tatsächliche Entwicklung der Rücknahmen. Bleiben die Abflüsse aus den Evergreen-Fonds begrenzt und kommen die angekündigten Zuflüsse, hat Partners Group eine Grundlage für eine Neubewertung. Bleibt der Druck hoch, dürften auch Gantners öffentliche Auftritte wenig ausrichten.
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