Partners Group steht vor einem Problem, das über schwache Beteiligungsverkäufe hinausgeht: Verzögerte Verkäufe belasten sowohl Performancegebühren als auch neue Kundenzusagen. Diesen Zusammenhang beschrieb ZKB-Analyst Daniel Regli gestern in einem Interview.
Seine Einordnung erklärt, weshalb der Erfolg bei der Kapitalbeschaffung allein die Schwierigkeiten im Private-Markets-Geschäft nicht auflöst. Zugleich erhöhen Rücknahmeanträge bei Evergreen-Fonds den Druck. Damit stehen Mittelzuflüsse und Belastungen im bestehenden Geschäft nebeneinander.
Verzögerte Verkäufe belasten mehrere Bereiche
Regli verwies außerdem auf Kreditausfälle und Sorgen über die Folgen künstlicher Intelligenz für Softwarebeteiligungen. Seine Einschätzung beschränkt sich damit nicht auf die Frage, wann Partners Group wieder mehr Portfoliounternehmen verkaufen kann. Auch Risiken innerhalb der Beteiligungen und das Verhalten der Fondsanleger spielen eine Rolle. Das Interview enthielt keine neue Rating- oder Kurszielentscheidung.
Personelle Veränderungen zeigen, wie stark das Beteiligungsgeschäft unter Anpassungsdruck steht. Bloomberg berichtete am 16. Oktober unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen über weltweit Dutzende betroffene Stellen im Private-Equity-Bereich. Einige Beschäftigte hätten das Unternehmen verlassen. Andere seien intern in Bereiche wie Infrastruktur und Royalties gewechselt.
Dabei ist die Unterscheidung wichtig: Der Bericht beschreibt nicht ausschließlich Stellenstreichungen, sondern auch interne Verlagerungen. Als Hintergrund nannte Bloomberg Performance-Druck und Rücknahmeanträge bei Evergreen-Produkten. Die Personalmaßnahmen stehen damit im Zusammenhang mit jenen Belastungen, die auch Reglis jüngste Einordnung prägen.
Mittelzuflüsse lösen nicht alle Probleme
Ein Gegenpunkt ist der bereits abgeschlossene zweite geratete Feeder für die Private-Credit-Evergreen-Strategie. Nach Unternehmensangaben brachte das Vehikel USD 510 Mio. ein. Das über geratete Feeder-Vehikel eingeworbene Kapital erreichte damit insgesamt USD 875 Mio.
Dieser Abschluss belegt die erfolgreiche Kapitalbeschaffung für diese Strategie. Er beantwortet jedoch nicht die Frage nach dem Verkaufstempo im Beteiligungsgeschäft. Neue Mittel und realisierte Beteiligungsverkäufe sind unterschiedliche Größen. Ebenso wenig lässt sich daraus ableiten, dass der Rücknahmedruck bei anderen Produkten nachgelassen hat.
Beim geplanten Umbau des Global Value SICAV sieht Partners Group laut Bloomberg Gebührenentlastungen vor. Für den ausschüttenden Teilfonds sind mindestens 25 Basispunkte über drei Jahre vorgesehen. Beim thesaurierenden Teilfonds reichen die Zugeständnisse bis zu 75 Basispunkten.
Für Anleger liegt der entscheidende Unterschied deshalb zwischen erfolgreicher Kapitalbeschaffung und einer Entspannung im bestehenden Geschäft. Der Feeder-Abschluss liefert einen positiven Beleg für Ersteres. Verzögerte Verkäufe, personelle Verlagerungen und Rücknahmeanträge zeigen zugleich, weshalb daraus noch keine breite Entlastung für Partners Group folgt.
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