Partners Group steckt mitten in einer der aktivsten Übernahmephasen der jüngeren Firmengeschichte – und muss zugleich einen Rückschlag von der Analystenseite verdauen.
Die Deutsche Bank stufte die Aktie am Dienstag von Kaufen auf Hold herab und senkte das Kursziel, was den Titel zeitweise unter Druck setzte. Die Herabstufung fällt in eine Phase, in der der Schweizer Vermögensverwalter gleich mehrere milliardenschwere Transaktionen parallel vorantreibt.
Übernahmefieber bei Partners Group
Den Auftakt machte Anfang August die Meldung, Partners Group werde Mehrheitsaktionär beim Rechenzentrums-Stromversorger AVK Power Solutions. Das Unternehmen kündigte zunächst eine Investition von über einer Milliarde US-Dollar Eigenkapital zuzüglich Fremdfinanzierung an.
Am selben Tag bestätigte Reuters, dass Partners Group mit Eurazeo über den Erwerb der französischen Beauty- und Wellness-Marke Aroma-Zone verhandle – exklusive Gespräche, die Transaktion selbst ist noch nicht abgeschlossen.
Parallel dazu trennte sich Partners Group von ihrem Anteil am polnischen Convenience-Betreiber Żabka und verkaufte diesen an Alimentation Couche-Tard.
Auf der Fundraising-Seite meldete das Unternehmen im Juli zwei große Abschlüsse: Das Infrastructure Secondaries Program wurde bei über 5,5 Milliarden US-Dollar geschlossen, das vierte Direkt-Infrastrukturvehikel bei mehr als 15 Milliarden US-Dollar. Beide Zahlen unterstreichen, dass institutionelle Investoren dem Haus trotz schwierigem Marktumfeld weiterhin frisches Kapital anvertrauen.
Auch operativ liefert das Portfolio Fortschritte: Anfang August berichtete Partners Group, die EBITDA-Marge der Portfoliofirma Foundation Risk Partners durch eine KI-Zusammenarbeit verbessert zu haben – ein Beispiel dafür, wie der Investor operative Wertsteigerung in seinen Beteiligungen vorantreibt, statt sich allein auf Zukäufe und Exits zu verlassen.
Kursreaktion auf die Herabstufung
Die Aktie notiert am Mittwoch bei 778,20 Euro und gibt damit 0,9 Prozent nach, nachdem sie am Dienstag noch bei 785,20 Euro geschlossen hatte. Der Titel bleibt damit deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 1.240,00 Euro, das Anfang September vergangenen Jahres markiert wurde – ein Abstand von 37,2 Prozent, der die schwierige Kursentwicklung der vergangenen Monate widerspiegelt. Seit Jahresbeginn steht bei Partners Group ein Minus von 26,7 Prozent.
Die Herabstufung der Deutschen Bank trifft damit einen Titel, der bereits deutlich unter seinen Höchstständen notiert, operativ aber sichtbar liefert. Für Anleger ergibt sich ein zwiespältiges Bild: Auf der einen Seite stehen milliardenschwere Zukäufe, erfolgreiche Kapitalaufnahmen und operative Verbesserungen im Portfolio.
Auf der anderen Seite belastet die vorsichtigere Einschätzung eines großen Analystenhauses die Stimmung kurzfristig. Ob sich die operative Substanz mittelfristig in einer Kurserholung niederschlägt, dürfte auch davon abhängen, wie sich die laufenden Transaktionen – insbesondere der Aroma-Zone-Deal – in den kommenden Wochen konkretisieren.
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