Partners Group Aktie: AVK-Übernahme über eine Milliarde Dollar

Partners Group investiert über eine Milliarde Dollar in AVK Power Solutions und verhandelt exklusiv über den Kauf von Aroma-Zone. Die Aktie reagiert positiv.

Auf einen Blick:
  • Milliardenschwere Mehrheitsbeteiligung an AVK Power
  • Exklusive Gespräche über Aroma-Zone-Übernahme
  • Verkauf der Żabka-Anteile an kanadischen Konzern
  • Aktie erholt sich nach turbulenten Monaten

Partners Group hat binnen weniger Tage zwei grosse Transaktionen angestossen. Der Schweizer Privatmarktspezialist übernahm gestern die Mehrheit am britischen Stromversorgungs-Spezialisten AVK Power Solutions und trat zugleich in exklusive Gespräche über den Erwerb der französischen Naturkosmetik-Marke Aroma-Zone ein. Parallel dazu zieht sich das Unternehmen aus seiner Beteiligung am polnischen Convenience-Händler Żabka zurück. An der Börse kommt die Nachrichtenlage gut an: Die Aktie legt am heutigen Freitag um 2,10 Prozent zu und handelt bei 787,20 Euro.

Über eine Milliarde Dollar für Rechenzentrums-Stromversorger

Im Zentrum der jüngsten Nachrichten steht die Übernahme von AVK Power Solutions, einem britischen Anbieter von Stromversorgungslösungen für Rechenzentren. Partners Group plant eine Anfangsinvestition von mehr als einer Milliarde Dollar, um die Mehrheit an dem Unternehmen zu übernehmen. Laut Bloomberg soll die Investition zusammen mit einer begleitenden Fremdfinanzierung die internationale Expansion von AVK unterstützen, wie Managing Director Nicholas Pepper erklärte. Das bisherige Management von AVK bleibt an Bord und hält künftig eine Minderheitsbeteiligung.

AVK bringt eine beträchtliche Erfolgsbilanz mit: Nach Unternehmensangaben hat der Anbieter bereits mehr als 20.000 Projekte realisiert und rund 3,5 Gigawatt an Leistung installiert – vor allem in Europas grössten Rechenzentrumsmärkten wie Frankfurt, London, Amsterdam, Paris und Dublin. Für Partners Group passt der Deal zum breiten Trend steigender Investitionen in die Infrastruktur rund um Rechenzentren, die durch den Ausbau von Cloud- und KI-Kapazitäten getrieben wird.

Exklusive Gespräche über Aroma-Zone

Kaum ist der AVK-Deal verkündet, meldet Partners Group bereits den nächsten möglichen Zukauf. Das Unternehmen ist in exklusive Gespräche mit dem französischen Beteiligungsunternehmen Eurazeo eingetreten, um dessen Anteil an der Naturkosmetik- und Wellness-Marke Aroma-Zone zu übernehmen. Eurazeo würde dabei eine bedeutende Minderheitsbeteiligung behalten. Reuters berichtet, Aroma-Zone habe seinen Umsatz seit 2021 verdreifacht und die Kundenbasis auf über 5 Millionen ausgebaut. Die Financial Times bezifferte das mögliche Transaktionsvolumen auf rund 2 Milliarden Euro, umgerechnet rund 1,86 Milliarden Franken.

Zwischen diesen beiden Übernahmevorhaben trennt sich Partners Group von einem Altbestand: Am 31. Juli verkaufte das Unternehmen als bisheriger Grossaktionär seinen Anteil am polnischen Convenience-Händler Żabka an den kanadischen Konzern Alimentation Couche-Tard. Der Käufer will Żabka für umgerechnet rund 8,6 Milliarden Dollar übernehmen und hat dafür ein freiwilliges Übernahmeangebot gestartet. Partners Group verpflichtete sich zusammen mit weiteren Grossaktionären, die zusammen rund 57 Prozent der Aktien halten, ihre Anteile zum Preis von umgerechnet rund 8,48 Dollar je Aktie anzudienen. Das Angebot soll um den 26. August öffnen, zunächst 30 Tage laufen und spätestens im Dezember abgeschlossen sein.

Aktie fängt sich nach turbulenten Monaten

Die Deal-Serie fällt in eine Phase der Kurserholung. Binnen sieben Tagen legte die Aktie um 8,82 Prozent zu, wie die Kursentwicklung der vergangenen Handelstage zeigt. Kapitalmarktexperte Serge Nussbaumer von Maverix Securities führte den Aufwärtstrend unter anderem auf die AVK-Übernahme sowie eine technische Gegenbewegung nach dem vorherigen Ausverkauf zurück. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand allerdings weiterhin 16,45 Prozent nach unten – die Erholung hat den Kursverlust der vergangenen Monate erst teilweise wettgemacht.

Dieser Verlust hat einen konkreten Auslöser: Ende April hatte der US-Leerverkäufer Grizzly Reports einen kritischen Bericht veröffentlicht, wonach bis zu 40 Prozent der Investitionen im hauseigenen „Evergreen“-Fondsprogramm deutlich zu hoch bewertet seien. Partners Group wies die Vorwürfe zurück, beschränkte Anfang Juni aber Rücknahmen aus zwei grossen Evergreen-Fonds – ein Schritt, der laut Berichten am 3. Juni einen Kurssturz von 17 Prozent auslöste. Seither haben Insider, darunter offenbar überwiegend die Firmengründer Alfred Gantner, Urs Wietlisbach und Marcel Erni, nach Medienberichten insgesamt 19 Kauftransaktionen im Gesamtwert von rund 67 Millionen Franken gemeldet. Anfang August registrierte die Schweizer Börse zudem eine weitere Offenlegung von Beteiligungen an Partners Group Holding, deren genauer Inhalt bislang nicht näher bekannt ist.

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