Urs Wietlisbach, einer der drei Gründer von Partners Group, ordnet sein Milliardenvermögen neu. Er löst sich aus der gemeinsamen Holding PG3 AG — und das ausgerechnet in einer Phase, in der die Aktie massiv unter Druck steht.
Jahrelange Einheit bricht auf
Seit 2013 verwalteten Wietlisbach, Marcel Erni und Alfred Gantner ihre Privatvermögen gemeinsam über die PG3 AG. Damit ist es nun vorbei — zumindest für Wietlisbachs Anteil. Er bekommt eine eigenständige Einheit innerhalb der Holding. Die Leitung übernimmt Jascha Forster, der vom Family Office Spectrum Value Management wechselt.
Das operative Geschäft der Partners Group Holding AG bleibt formal unberührt. Marktbeobachter werten solche Umbauten im Gründerzirkel aber oft als Hinweis auf geänderte Diversifikationsstrategien oder eine persönliche Neuausrichtung.
Käufe gegen den Kurstrend
Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 29 Prozent verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.213,50 Euro ist der Kurs aktuell mehr als 35 Prozent entfernt. Der RSI liegt bei 32,3 — knapp über der überverkauften Zone.
Mitgründer Alfred Gantner setzt ein Gegenzeichen. Er kaufte zuletzt Partners-Group-Aktien im Volumen von über 20 Millionen Franken. Solche Insiderkäufe sollen Vertrauen signalisieren — nachdem Shortseller-Berichte und Rücknahmebeschränkungen bei Evergreen-Fonds den Kurs belastet hatten.
Entscheidung am 15. Juli
Operativ hält das Management an seiner Prognose fest. Für 2026 erwartet Partners Group eine Brutto-Neukundennachfrage zwischen 26 und 32 Milliarden US-Dollar. Ein neues Programm für Immobilien-Secondaries mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Dollar hat beim ersten Closing bereits über 650 Millionen Dollar eingesammelt.
Der eigentliche Test kommt am 15. Juli. Dann veröffentlicht Partners Group die AuM-Zahlen per Ende Juni. Entscheidend ist, ob die Neuzuflüsse die Abflüsse aus dem Global Value SICAV ausgleichen konnten — und ob die Wachstumsziele für das zweite Halbjahr noch Bestand haben.
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