Partners Group Aktie: Aufspaltung des Global-Value-Fonds vorgeschlagen

Symbolbild, KI-generiert

Der Vermögensverwalter begrenzt bei drei Beteiligungen den Informationszugang und startet eine globale Private-Credit-Strategie.

Auf einen Blick:
  • Kreditgeberlisten für drei Firmen eingeschränkt
  • Schulden der Beteiligungen laufen 2028 aus
  • Umbau des Evergreen-Fonds noch zustimmungspflichtig
  • Management kaufte Aktien für rund 21 Millionen CHF

Mit gezielten Schutzmaßnahmen für wichtige Beteiligungen reagiert Partners Group auf die veränderten Bedingungen an den Finanzierungsmärkten. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg schränkt der Schweizer Vermögensverwalter bei anstehenden Refinanzierungen für die Portfoliounternehmen Emeria SASU, Ammega Group BV und Breitling AG den Zugang opportunistischer Fonds zu Kreditgeberlisten und vertraulichen Finanzdaten ein.

Die Schulden dieser drei Gesellschaften laufen im Jahr 2028 aus. Durch die restriktivere Informationsvergabe will das Unternehmen verhindern, dass forderungsorientierte Investoren vorzeitig Einfluss auf Restrukturierungen oder Konditionen nehmen.

Strategische Umbauten im Beteiligungsportfolio

Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund struktureller Anpassungen im gesamten Beteiligungsbereich. Für den Evergreen-Fonds Global Value SICAV, der einen Nettoinventarwert von 6,6 Milliarden Euro auswies, schlug Partners Group die Aufteilung in eine Umbrella-Struktur mit zwei Teilportfolios vor.

Ein Teil soll künftig auf langfristigen Kapitalzuwachs abzielen, während der andere Ausschüttungen und die Realisierung von Erträgen bündelt. Der Plan steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Anteilseigner.

Parallel dazu passte das Haus interne Kapazitäten an. Am Freitag berichtete Bloomberg über weltweite Stellenstreichungen und Versetzungen im niedrigen zweistelligen Bereich innerhalb der Private-Equity-Sparte. Neben Austritten wechselten Beschäftigte demnach in Bereiche wie Infrastruktur und Royalties.

Als Auslöser nannte der Bericht schwächere Erträge älterer Portfolios und erhöhten Rückgabedruck bei Evergreen-Produkten. Partners Group stellte dazu fest, dass die Größe des Teams weiterhin im langjährigen Mittel liege.

Forcierter Ausbau des Kreditgeschäfts

Als strategisches Gegengewicht zum klassischen Beteiligungsgeschäft forciert das Management andere Ertragspfeiler. Am 9. Oktober startete Partners Group eine globale Multi-Sektor-Private-Credit-Income-Strategie. Das Vehikel ist als offener Evergreen-Fonds konzipiert und richtet sich an institutionelle Kunden sowie Wealth-Investoren.

Die angestrebte Rendite bewegt sich laut Unternehmensangaben im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich und soll im Wesentlichen aus laufenden Erträgen generiert werden. Das Portfolio investiert unter anderem in Direct Lending, Credit Secondaries, Royalties und Liquid Credit.

Vertrauen in die gewählte Ausrichtung signalisierten Führungskräfte des Konzerns auf eigene Rechnung. Medienberichten zufolge erwarben Mitglieder des Managements vom 6. bis 8. Oktober privat Partners-Group-Aktien für ein Gesamtvolumen von rund 21 Millionen CHF.

An den Finanzmärkten spiegelt sich die Zurückhaltung der Investoren dennoch wider. Die Aktie von Partners Group schloss am Freitag bei 655,20 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier einen Rückgang von 38 Prozent und notiert 24 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt.

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