Partners Group Aktie: 9,8 Prozent Rücknahmen im Fonds

Trotz massiver Insider-Käufe fällt die Partners Group-Aktie weiter. Rücknahmestau in Fonds und gesenkte Analystenprognosen belasten den Kurs schwer.

Auf einen Blick:
  • Insider kaufen Millionen eigene Aktien
  • Rücknahmestau in Milliarden-Fonds belastet
  • Analysten senken Gewinnprognosen deutlich
  • Juli-Zahlen als wichtiger Kursindikator

Knapp über dem 52-Wochen-Tief, ein RSI von 23,5, seit Jahresbeginn rund 35 Prozent im Minus — Partners Group befindet sich in einem freien Fall, der selbst hartgesottene Anleger aufhorchen lässt. Ausgerechnet jetzt kauft die Führungsebene in großem Stil eigene Aktien. Der Markt zeigt sich unbeeindruckt.

Insider kaufen, Kurs fällt weiter

Allein im Juni flossen rund 31 Millionen Franken aus der Führungsebene in eigene Papiere. Seit Februar summieren sich die Insiderkäufe auf fast 60 Millionen Franken. Mitgründer Fredy Gantner stockte seine Position auf und macht Shortseller für den Kurseinbruch mitverantwortlich.

Er räumte allerdings auch eigene Fehler ein. Partners Group müsse künftig „definitiv besser und proaktiver kommunizieren“, sagte Gantner. Kein Satz, den ein Gründer gerne öffentlich spricht.

Der Kurs reagiert trotzdem nicht. Gestern schloss die Aktie bei 710,80 Euro — nur 1,1 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 703 Euro. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei über 1.000 Euro, der Abstand beträgt fast 30 Prozent.

Rücknahme-Stau im Privatkundengeschäft

Der Auslöser ist klar. Im 8,6 Milliarden Dollar schweren Evergreen-Fonds „Global Value SICAV“ reichten Anleger Rücknahmeanträge von 9,8 Prozent des Nettoinventarwerts ein — fast das Doppelte des erlaubten Quartalslimits. Partners Group bedient davon nur rund 62 Prozent. Den Rest müssen Anleger warten.

Das Unternehmen prüft ferner, einen in Delaware domizilierten Private-Equity-Fonds zu gaten. Dort stiegen die Rücknahmeanträge auf rund 6 Prozent des Nettoinventarwerts.

Die Logik dahinter ist simpel: Weniger Auszahlungen bedeuten weniger Gebühreneinnahmen. Der Markt bewertet Partners Group nach diesem schrumpfenden Ertragsstrom — und nicht nach der Fundraising-Pipeline.

Analysten kürzen, Konsens bleibt konstruktiv

Analysten reagierten prompt. Je nach Haus sanken die Gewinnprognosen für 2026 und 2027 um 10 bis 22 Prozent. Als Begründung nannten sie schwer absehbare Wachstumskatalysatoren und sinkende Sichtbarkeit.

Die Kursziele folgen nach unten:

  • Bank of America: 850 Schweizer Franken
  • Jefferies: 760 Schweizer Franken (niedrigstes publiziertes Ziel)
  • Oddo BHF: 920 Schweizer Franken, Kaufempfehlung gestrichen

Trotzdem bleibt der Konsens mehrheitlich positiv. Von 13 Analysten empfehlen sechs den Kauf, sieben raten zum Halten. Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel liegt bei 966 Schweizer Franken — rund 36 Prozent über dem aktuellen Kurs.

Jahresprognose bestätigt — Juli wird zum Prüfstein

Das Management hält an seinen Zielen fest. Die erwartete Brutto-Neukundennachfrage von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar für 2026 bleibt unverändert. Für das zweite Halbjahr rechnet Partners Group allerdings damit, dass Rücknahmen das Netto-AuM-Wachstum um 1 bis 2 Prozent bremsen — ein Effekt, der sich 2027 wiederholen soll.

Am 15. Juli veröffentlicht Partners Group die verwalteten Vermögen per Ende Juni. Dieses Update zeigt, ob die Wachstumsdynamik trotz des Rücknahme-Staus intakt geblieben ist. Fällt die Zahl besser als erwartet aus, könnte das den stark überverkauften Kurs zumindest stabilisieren.

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